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Dokumentenidentifikation DE60128074T2 10.01.2008
EP-Veröffentlichungsnummer 0001263302
Titel Verfahren zum Herstellen eines Schuhs
Anmelder Robotex Solutions Ltd., London, GB
Erfinder Vicentini, Franco Robotex Solutions Limited, London W1F 9HD, GB
Vertreter Berendt und Kollegen, 81667 München
DE-Aktenzeichen 60128074
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 02.03.2001
EP-Aktenzeichen 019079870
WO-Anmeldetag 02.03.2001
PCT-Aktenzeichen PCT/GB01/00924
WO-Veröffentlichungsnummer 2001064068
WO-Veröffentlichungsdatum 07.09.2001
EP-Offenlegungsdatum 11.12.2002
EP date of grant 25.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.01.2008
IPC-Hauptklasse A43B 9/06(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse A43B 9/10(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die Erfindung befasst sich mit einem Verfahren zum Herstellen eines Schuhs.

In der nachstehenden Beschreibung wird auf eine untere Fläche Bezug genommen, welche sich auf jene Fläche bezieht, welche relativ näher zum Untergrund liegt, und es wird auf eine obere Fläche Bezug genommen, welche sich auf eine solche Fläche bezieht, die relativ weiter weg vom Untergrund liegt, wenn in diesem Zusammenhang ein Träger betrachtet wird, welcher den Schuh trägt.

Schuhe weisen eine Sohle auf, deren untere Fläche in Kontakt mit dem Untergrund ist, wenn der Träger geht, und sie weisen einen oberen Teil auf, welcher zusammen mit der Sohle einen Raum bildet, in welchem ein Träger den Fuß einführt. Üblicherweise ist eine Innensohle an der oberen Fläche der Sohle vorgesehen. Die Gesamtkonstruktion des Schuhs und die Art und Weise, mittels der das Oberteil und die Sohle fest miteinander verbunden sind, variieren beispielsweise von Schuh zu Schuh nach Maßgabe von Kostenfaktoren, die auf die Ausgangsmaterialien, das Herstellungsverfahren und den abschließenden Verkaufpreis zurückzuführen sind.

Auf dem Gebiet der Schuhe und insbesondere in Bezug auf die Schuhe selbst gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Konstruktionen. Beispielsweise ist es an sich bekannt, dass die Sohle und das Oberteil unter Einsatz von Klebstoffen, Nägeln, einem Maschinennähen und einem Handnähen fest miteinander verbunden werden können.

Ein traditioneller Schuh, welcher als ein San Crispino Schuh in dem Fachgebiet geläufig ist, ist in 1 gezeigt. Bei diesem Anwendungsbeispiel ist das Oberteil 1 aus Leder ausgebildet. Das Oberteil umfasst einen Überlappungsabschnitt 2, welcher über den Außenumfang oder die Kante an der Innensohle 3 gefaltet ist. Somit überlappt sich das Oberteil an beiden Seiten des Umfangs mit der Innensohle. Eine Nahtlinie 4 wird dann an diesem Umfang vorgesehen, um eine Naht zu bilden, welche das Oberteil und die Innensohle miteinander verbindet. Eine Sohle (nicht gezeigt) wird dann an der unteren Seite der Innensohle üblicherweise mittels Nähen angebracht.

Typischerweise ist ein Oberteil aus Leder oder einem teuren künstlichen Material hergestellt. Bei der zuvor beschriebenen Konstruktion wird mit dem Leder verschwenderisch umgegangen, da der Überlappungsabschnitt ein Teil des Oberteils bildet und somit ebenfalls Leder aufweist, welches üblicherweise hochwertig und somit teuer ist. Ferner ist diese Konstruktion zeitraubend und schwierig herzustellen, da der Überlappungsabschnitt sorgfältig über den Rand der Innensohle gefaltet und dann mittels geeigneten Verfahrensweisen fixiert werden muss. Während man mittels des Maschinennähens den Laschenabschnitt an der Innensohle anbringen kann, handelt es sich hier um eine Bearbeitung, welche viel Erfahrung erfordert. Das Nähen von Hand ist nicht besonders einfach, da selbst dann, wenn Öffnungen in dem Haupt-Oberteil, dem Laschenabschnitt und der Innensohle vorgefertigt sind, es aufgrund der Konstruktionseigenart äußerst schwierig ist, die verschiedenen Öffnungen in dem Oberteil mit jenen der Innensohle auszurichten. Daher ist eine solche Schuhkonstruktion zeitraubend und schwierig.

Eine alternative Konstruktion zu den vorstehend genannten Ausführungsformen wurde entwickelt, bei der der Laschenabschnitt ein gesondertes Laschenelement aufweist, welcher von einem länglichen Lederstück gebildet wird, wobei eine Lasche an dem Rand des Oberteils angenäht ist. Diese Lasche wird dann über den Rand der Innensohle gefaltet, um an diesem angeheftet zu werden. Hierdurch lässt sich Ledermaterial einsparen, da ein Leder mit niedriger Qualität zur Bildung der Lasche eingesetzt werden kann. Das Oberteil, die Lasche und die Innensohle werden dann in einem Arbeitsgang vernäht, aber es bleibt nach wie vor äußerst schwierig, die für das Vernähen bestimmten Öffnungen auszurichten. Ein zusätzliches Problem ergibt sich bei der vorstehend beschriebenen Konstruktion dahingehend, dass es häufig erwünscht ist, eine Sohle aus einem Kunststoffmaterial auf der unteren Fläche der Innensohle, beispielsweise durch Spritzgießen, auszuformen. Die Qualität und die Dicke der zuvor beschriebenen Lasche ändern sich jedoch, so dass es schwierig ist, das Zusammennähen von Oberteil und Innensohle auf eine wiederholbare Weise genau zu repetieren. Hierdurch ergeben sich beträchtliche Änderungen hinsichtlich des äußeren Erscheinungsbildes und der Größe der geformten Sohle.

Ein weiterer Nachteil bei den vorstehend beschriebenen Konstruktionen ist darin zu sehen, dass Feuchtigkeit in den Schuh längs der Nahtlinie eindringen kann. Hierdurch wird das Schuhwerk für den Träger unkomfortabel, und die Festigkeit und die Haltbarkeit des Schuhs können hierdurch aufgrund der Möglichkeit beschränkt sein, dass sich die die Naht bildenden Stiche voneinander trennen.

In FR 1 054 485 ist ein Verfahren zum Herstellen eines Schuhs mit den Merkmalen des einleitenden Teils des Patentanspruchs 1 angegeben. Dort ist auch ein Überlappungselement angegeben, welches aus einem formbaren Kunststoffmaterial ausgebildet ist, welches gegenüberliegende Flächen hat, zwischen denen ein Kanal oder eine kanalförmige Hohlkehle gebildet wird. Das Oberteil lässt sich in den Kanal einführen und wird durch die gegenüberliegenden Flächen des Kanals derart gedrückt, dass die gegenüberliegenden Flächen des Überlappungselementes sich an beiden Seiten mit wenigstens einem Teil des Umfangs des Oberteils überlappen.

Die Erfindung zielt darauf ab, einen Schuh und eine Konstruktion hierfür bereitzustellen, bei denen die zuvor beschriebenen Schwierigkeiten weitgehend überwunden sind.

Gemäß einem ersten Aspekt nach der Erfindung wird ein Verfahren zum Herstellen eines Schuhs angegeben, dessen nähere Einzelheiten in den Ansprüchen 1–12 aufgeführt sind.

Hierbei wird eine kanalförmige Hohlkehle vorgesehen, welche die Positionierung des Oberteils unterstützt. Ferner ist die Ausrichtung der jeweiligen Öffnungen in den Komponenten des Schuhs schneller und einfacher möglich, wodurch sich die Herstellungskosten reduzieren lassen. Da zusätzlich das Überlappungselement von dem Oberteil getrennt ist, kann es gesondert hergestellt werden, wodurch ermöglicht wird, dass eine Sohle reproduzierbarer haftend an dem Schuh angebracht oder an diesem angeformt wird. Bei einem solchen Überlappungselement ist es auch möglich, zu vermeiden, dass Leder eingesetzt wird, wodurch sich die Ausgangsmaterialkosten senken lassen. Da das Überlappungselement federnd nachgiebig ist, gestaltet sich beim Vorsehen der vorgefertigten Öffnungen die Ausrichtung der Öffnungen während der Konstruktion auf einfachere und schnellere Weise, wodurch sich die Herstellungskosten ebenfalls senken lassen.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist das Überlappungselement derart ausgebildet, dass es sich über den gesamten Umfang des Oberteils erstreckt.

Folglich erhält man eine vereinfachte Herstellung des Schuhs im Hinblick auf den gesamten Umfang.

Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist der Schuh zwei oder mehrere Überlappungselemente auf.

Als Folge hiervon ist es möglich, die Auslegungsalternativen für den Schuh dadurch zu erweitern, dass man beispielsweise unterschiedliche Oberflächenprofilierungen und/oder Farbgebungen an dem Überlappungselement vorsieht. Zusätzlich können die Überlappungselemente unterschiedliche Formgebungen haben. Bei einem Anwendungsbeispiel kann das Überlappungselement an der Rückseite des Schuhs verlängert sein, um eine Art Abstreifer zu bilden.

Es ist bevorzugt, dass der Teil des Umfangs einen Großteil ausmacht.

Vorzugsweise ist das Überlappungselement aus einem formbaren Material ausgebildet.

Auf diese Weise lässt sich das Überlappungselement einfach, genau und zuverlässig herstellen. Wenn man ferner formbare Materialien hierfür einsetzt, kommt eine große Vielfalt von unterschiedlichen Materialien zum Einsatz und die Ausgangsmaterialkosten lassen sich senken.

Vorzugsweise ist das Überlappungselement aus einem Kautschuk-ähnlichen Material ausgebildet.

Somit kann das Element zugleich eine Abdichtung zu dem Oberteil bilden.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist das Überlappungselement aus thermischem Polyurethan (TPU) ausgebildet.

Dieses Material ist insbesondere für das Überlappungselement geeignet, weil es in sich stabil ist, nicht härtet oder auch nicht mit der Zeit aushärtet, gewichtsmäßig leicht ist und sich einfach ausformen lässt.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des Schuhs weist dieser ferner eine Sohle auf, die an dem Oberteil angebracht ist. Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist das Überlappungselement integral mit einer Sohle ausgebildet.

Als Folge hiervon lässt sich die Anzahl der Komponenten reduzieren, welche für das Zusammensetzen und die Herstellung eines Schuhs erforderlich sind, wodurch sich die hiermit verbundenen Zeiten und Kosten bei der Herstellung reduzieren lassen.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist das Überlappungselement integral mit einer Innensohle ausgebildet.

Als Folge hiervon lässt sich die Anzahl der Komponenten reduzieren, welche für den Schuh zusammengesetzt und miteinander verbunden werden müssen, wodurch sich die mit der Herstellung verbundenen Zeiten und Kosten reduzieren lassen.

Insbesondere weist der Schuh ferner eine Innensohle auf, welche in das Oberteil in den Kanal mit dem Überlappungselement einführbar ist, welches an beiden Seiten des Umfangs der Innensohle und des Oberteils längs eines Abschnitts des Umfangs eine Überlappung bildet.

Zweckmäßigerweise wird ein Formteil in dem Innenraum des Schuhs zur abschließenden Fertigstellung des Schuhs vorgesehen, wobei das Formteil ein mit einem Flansch versehenes Element aufweist, welches in die kanalförmige Hohlkehle des Überlappungselementes ragt.

Vorzugsweise handelt es sich bei dem Formgebungsverfahren um das Spritzgießen.

Bei allen bevorzugten Ausführungsformen ist das Überlappungselement mit einer Mehrzahl von Nadelöffnungen ausgebildet.

Gemäß einem weiteren Merkmal nach der Erfindung wird nach dem Verfahren ein Formteil zum Einsatz bei der Herstellung eines Schuhs vorgesehen, wobei das Formteil Folgendes aufweist:

Ein Hauptelement, welches im Wesentlichen an die allgemeine Innengestalt des Schuhs angepasst ist; und

ein mit einem Flansch versehenes Element, welches um wenigstens einen Teil des unteren Umfangs des Formteils vorgesehen ist.

Nachstehend werden unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen Beispiele näher erläutert. Darin gilt:

1 verdeutlicht eine Querschnittsansicht durch einen üblichen San Crispino Schuh mit der Schnittlinie des Schuhs im Bereich des Fußballens;

2 verdeutlicht eine perspektivische Ansicht eines Überlappungselementes für einen Schuh gemäß einer bevorzugten Ausführungsform nach der Erfindung;

3 verdeutlicht eine Schnittansicht durch das Überlappungselement nach 2 längs der Linie A-A;

4 verdeutlicht die Auslegung eines Schuhs, bei welchem das Überlappungselement nach den 2 und 3 zum Einsatz kommt;

5 verdeutlicht ein Überlappungselement, welches integral mit einer Innensohle ausgebildet ist;

6 verdeutlicht eine Schnittansicht durch das Überlappungselement nach 5 längs der Linie B-B;

7 verdeutlicht ein Herstellungsverfahren nach der Erfindung;

8 verdeutlicht eine Spritzform zum Einsatz beim Verfahren nach den Figuren; und

9 zeigt eine Schnittansicht eines weiteren Überlappungselementes zusammen mit einem Oberteil.

Es ist noch darauf hinzuweisen, dass die anliegenden Figuren nicht maßstabsgetreu sind.

Unter Bezugnahme auf die 2 und 3 wird ein Überlappungselement 20 als ein einziges integrales Teil aus einem Kunststoffmaterial spritzgegossen. Das Überlappungselement ist länglich und hat eine Krümmung in Form eines Hufeisens. Es hat sich gezeigt, dass TPU (thermisches Polyurethan) ein ideales Material ist, da es in sich stabil ist, nicht härtet oder mit der Zeit aushärtet, gewichtsmäßig leicht ist und sich einfach verarbeiten lässt. Wie sich insbesondere aus der Schnittansicht nach 3 ersehen lässt, hat das Überlappungselement 20 einen unteren Flansch 21, welcher sich in Breitenrichtung zu der Krümmung an einem Punkt 22 erstreckt, um auf einen oberen Flansch 23 zu treffen, welcher dem unteren Flansch 21 gegenüberliegt. Somit wird ein Kanal bzw. eine kanalförmige Hohlkehle 26 zwischen den gegenüberliegenden Flanschen 21 und 23 gebildet. Der obere Flansch hat eine relativ kleinere Breite als der untere Flansch und umfasst eine im Allgemeinen nach oben stehende Lippe 24. Eine Reihe von Öffnungen 25 ist sowohl in dem oberen Flansch als auch in dem unteren Flansch ausgebildet. Die Öffnungen sind in dem Überlappungselement im Zug des Formgebungsverfahrens ausgebildet und daher benötigt man hierzu keine gesonderte Bearbeitung. Die Öffnungen können äquidistant beabstandet sein, und die Öffnungen in dem oberen Flansch passen zu jenen in dem unteren Flansch.

In bevorzugter Weise wird das Überlappungselement aus einem flexiblen, Kautschuk-ähnlichen, federnd nachgiebigen Material ausgebildet, obgleich auch ein relativ härteres Material zum Einsatz kommen könnte. Da das Überlappungselement nicht aus Leder ausgebildet ist, sondern sich aus einem formbaren Material auf einfache Weise herstellen lässt, ergeben sich beträchtliche Kostenersparnisse hinsichtlich den einzusetzenden Ausgangsmaterialien und Rohmaterialien. Durch den Einsatz von geformten Kunststoffmaterialien lässt sich zusätzlich eine Bandbreite von Auslegungsalternativen abdecken, welche wesentlich größer als bei üblichen Schuhen dieser Art ist. Beispielsweise können unterschiedliche Farbgebungen und/oder Oberflächenprofilierungen vorgesehen werden, welche zwischen dem Punkt bzw. der Spitze 22 und der Lippe 24 liegen.

Das Überlappungselement ist derart ausgebildet, dass es eine vorbestimmte Gestalt besitzt, welche zu dem zugeordneten Oberteil passt. Das Überlappungselement braucht daher nicht zugeschnitten oder an entsprechende Formen in Abhängigkeit von der Konstruktion des Schuhs gebogen zu werden, wodurch sich das Herstellungsverfahren wesentlich vereinfacht und diese sich auf zuverlässige Weise durchführen lässt.

Zu Beginn der Erstellung des Schuhs wird ein Oberteil 30 auf die gewünschte Größe zugeschnitten. Der Umfang einer Innensohlenplatte 31, welche vorzugsweise aus Latex ausgebildet ist, wird in den Kanal 26 längs des Umfangs des zugeschnittenen Oberteils derart eingeführt, dass die Flansche 21 und 23 beide Seiten des Umfangs der Innensohle und des Oberteils längs des Umfangs überlappen. Die Innensohle und das Oberteil haben eine Reihe von vorgefertigen Öffnungen darin, welche äquidistant angeordnet sein können und den Öffnungen 25 in den Flanschen zugeordnet sind.

Dann wird eine Nahtlinie 34 an diesem Umfang unter Einsatz der vorgeformten Öffnungen erstellt. Da die Stiche straffgezogen werden, liegt der Umfangsbereich am Umriss der Innensohle des Oberteils sandwichartig zwischen den oberen und unteren Flanschen 21 und 23 und ist zwischen diesen fest fixiert. Auf diese Weise erhält man einen wasserdichten Abschluss.

Wenn die Öffnungen in dem Überlappungselement vertikal ausgerichtet sind, wie dies aus 4 zu ersehen ist, ist die Naht des unteren Saums hinter der Sohle geschützt und liegt nicht zur Außenseite hin frei.

Bei einer modifizierten Auslegungsform des Überlappungselements können jedoch die darin vorgesehenen Öffnungen versetzt sein. Bei dieser modifizierten Ausführungsform sind die im unteren Flansch vorgesehenen Öffnungen derart angeordnet, dass sie nicht vertikal zu den Öffnungen in dem oberen Flansch fluchten, sondern geringfügig gegenüber der Vertikalen nach außen geneigt sind. Auf diese Weise hat eine Bedienungsperson zum Nähen des Schuhs, wie dies beispielsweise in 9 gezeigt ist, mehr Raum in dem Bereich "X" zur Durchführung der Arbeiten zu Verfügung. Bei der bevorzugten Ausführungsform nach 9, bei der das Oberteil mit dem kombinierten Überlappungselement und der Sohle vernäht ist, ist offensichtlich wesentlich weniger Platz zum Ausführen der Arbeiten, wenn die Öffnungen in dem unteren Flansch vertikal zu der Öffnung in dem oberen Flansch ausgerichtet ist.

Die Öffnungen können ferner auch ungleichförmig oder nicht-äquidistant vorgesehen sein, so dass sich der Abstand längs den Seiten der Innensohle von jenem zu der Ferse und dem Zehenbereich unterschiedlich ist. Dies kann aus ästhetischen Gründen der Fall sein, aber es kann auch ein Grund darin liegen, dass an den gekrümmten Bereichen am Umfang des Schuhs, wie am Zehenbereich und am Fersenbereich das Material des Oberteils in einem gewissen Maße zusammengefasst werden muss. Daher ist meist eine größere Anzahl von Öffnungen im Allgemeinen an den Krümmungspunkten erforderlich, um zu vermeiden, dass sich das obere Formteil an der Verbindungsstelle mit dem Überlappungselement wellt.

Da das Überlappungselement federnd nachgiebig ist, ist die Ausrichtung des Überlappungselementes, der Innensohle und des Oberteils beträchtlich einfacher als bei üblichen San Crispino Schuhen. Hierdurch ergeben sich beträchtliche Kostenersparnisse hinsichtlich der Herstellung eines solchen Schuhs. Ferner kann die Dicke des unteren Flansches gleichmäßig und genau sowohl in Breitenrichtung als auch in Dickenrichtung eingestellt werden, so dass eine Sohle (nicht gezeigt) direkt haftend an der unteren Fläche des Flansches 21 und der Innensohle 31 auf eine genaue und reproduzierbare Weise angebracht oder angespritzt werden kann. Somit erhält man das äußere Erscheinungsbild eines San Crispino Schuhs mit einer einfach ausgeformten oder haftend angebrachten Sohle.

Unter Bezugnahme auf die 5 und 6 wird ein weiterentwickeltes Überlappungselement 50 gezeigt. Bei diesem Ausführungsbeispiel hat das Überlappungselement eine integral hiermit ausgelegte Innensohle, wobei das ganze Teil auf dieselbe Weise und aus denselben Materialien des Überlappungselementes ausgebildet ist, wie dies zuvor im Zusammenhang mit den 2 bis 4 erläutert ist. Dieses Überlappungselement wird daher in einem einzigen Formgebungsverfahren erstellt, vorzugsweise mittels eines Spritzgussverfahrens. Das Überlappungselement 50 hat einen unteren Flansch 51, welcher sich über den gesamten Teil erstreckt, an dem der Fuß in dem abschließend erstellten Schuh aufliegt, so dass dieser in Wirklichkeit die Innensohle bildet. An dem äußeren Rand des Flansches 51 erstreckt sich das Material zu der Krümmung um einen Punkt 52, um auf einen oberen Flansch 53 zu treffen, welcher dem äußeren Randbereich des unteren Flansches 51 gegenüberliegt. Somit wird ein Kanal bzw. eine kanalförmige Hohlkehle 56 zwischen den gegenüberliegenden Flanschen 51 und 53 gebildet. Der obere Flansch umfasst eine im Allgemeinen aufrechtstehende Lippe 54. Eine Reihe von äquidistanten und zugeordneten Öffnungen ist sowohl in dem oberen Flansch als auch in dem unteren Flansch ausgebildet. Diese Öffnungen werden als ein Teil beim Spritzgießen des Überlappungselementes erstellt.

Zu Beginn der Erstellung eines Schuhs, welcher dieses Überlappungselement umfasst, wird ein Oberteil 30, welches auf die gewünschte Größe zugeschnitten und mit den zugeordneten, vorgefertigten Öffnungen versehen ist, einfach in den Kanal 56 eingeführt und eine Nahtlinie 34 wird über den zugeordneten Öffnungen erstellt. Somit ist eine gesonderte Innensohle nicht erforderlich. Ferner gestaltet sich die Ausrichtung der Öffnungen während des Schuhaufbaus wesentlich einfacher als bei der Konstruktion nach 4. Ferner ist die untere Fläche bei dieser Herstellungsstufe vollständig eben im Vergleich zu der Auslegungsform nach 4, so dass sich das haftende Verbinden und das Ausformen einer Sohle verbessern lassen. Die Konstruktion nach den 5 und 6, welche im Wesentlichen eine dreiteilige Konstruktion darstellt, öffnet die Möglichkeit einer automatisierten Schuhherstellung.

Die Möglichkeit einer automatisierten Herstellung von Schuhen wird ferner dadurch erleichtert, dass eine Sohle mit einem Seitenkanal für das Vernähen eingesetzt wird, da die Sohle zuvor haftend mit dem Überlappungselement 50 verbunden oder an diesem angeformt werden kann, so dass es lediglich erforderlich ist, das Oberteil in den Kanal 56 einzuführen und anschließend mittels Nähen an dem Oberteil anzubringen, so dass man eine im Wesentlichen zweiteilige Konstruktion erhält. Eine solche Möglichkeit ist in 9 verdeutlicht, wobei das Überlappungselement 90 integral mit der Sohle 91 ausgebildet ist und an dem Oberteil 92 mittels einer Naht 93 angebracht ist.

Ein weiteres Verfahren zum Herstellen eines Schuhs ist in den 7 und 8 gezeigt.

Wie aus 7 zu ersehen ist, werden die oberen Elemente eines Schuhs mittels einer Form 70 erstellt. Diese Elemente umfassen ein Oberteil 71 und ein kombiniertes Innensohlen/Überlappungselement 72. Die oberen Komponenten des Schuhs können auf die zuvor beschriebene Weise ausgebildet werden, wobei die Innensohle und das Überlappungselement einstückig ausgebildet sein können (in Form eines einstückigen Gießteils) oder sie können als gesonderte Teile ausgebildet werden und mit dem Oberteil verbunden werden.

Zwischen der unteren Fläche der Innensohle 72 und der inneren Fläche 73 des Formteils 70 wird ein Hohlraum 74 gebildet. In diesen Hohlraum wird geeignetes Material eingefüllt, um die Sohle des Schuhs zu bilden. Ein solches Material kann von einem Kunststoffmaterial oder elastomeren Materialien gebildet werden, welche mit der Innensohle verschmelzen oder sich haftend mit dieser verbinden, ohne dass man zusätzliche Befestigungsteile benötigt.

Das Material kann in den Hohlraum über eine Öffnung 76 derart eingespritzt werden, dass die Herstellung der Sohlen mittels Spritzgießen erfolgt.

Um die Elemente des Schuhs entsprechend auszugestalten und auszurichten und diese korrekt während des Formgebungsprozesses ausgerichtet zu halten, wird eine Gießform 80 in das Innere des Schuhs eingelegt. Die Form oder das Formteil 80 umfasst ein mit einem Flansch versehenes Element 81, welches in den Bereich des Überlappungselementes ragt, um hierdurch sicherzustellen, dass der Abstand der gegenüberliegenden Seiten des Überlappungselementes auf die gewünschte Weise während des Formgebungsverfahrens aufrechterhalten wird. Wenn das Überlappungselement sich nicht um den gesamten Umfang des Oberteils erstreckt, dann kann das mit einem Flansch versehene Element in entsprechender Weise ausgebildet werden.

Das Gießformteil 80, 81 kann aus irgendeinem geeigneten Material hergestellt sein, wobei die Möglichkeit in Betracht kommen kann, dass das mit einem Flansch versehene Element 81 lösbar an dem Hauptformteil 80 angebracht ist.

Es sollte noch erwähnt werden, dass das Formteil 80, 81 dazu eingesetzt werden kann, die Komponenten des Schuhs sicher für den Fall zusammenzuhalten, dass die Komponenten miteinander verklebt werden und nicht bei einem Formgebungsverfahren aneinander angebracht werden. Das Formteil kann daher die Komponenten in entsprechender Weise halten und die Form des Überlappungselementes aufrechterhalten, wodurch ermöglicht wird, dass die Komponenten genau ausgerichtet sind. Das mit einem Flansch versehene Element 81 kann eingesetzt werden, um die Randgestalt in Form zu halten, und zwar im Anschluss auf die Aufbringung von Klebstoff und dem anschließenden Zusammenpressen der Komponenten in einer geeigneten Presse. Ohne das mit einem Flansch versehene Element könnte ein von dem Überlappungselement gebildeter Rand verzerrt werden und könnte beispielsweise asymmetrisch werden.

Die vorliegende Erfindung wurde voranstehend nur an einem Beispiel erläutert und es sind jederzeit Modifikationen möglich, deren Einzelheiten dem Fachmann geläufig sind. Beispielsweise sollte noch erwähnt werden, dass die Überlappungselemente derart beschrieben und gezeigt worden sind, dass sie sich nur um den Hauptteil des Schuhs über den Fußballen erstrecken. Die Erfindung ist jedoch hierauf nicht beschränkt, und das Überlappungselement kann sich um den gesamten Umfang des Schuhs erstrecken. Alternativ kann mehr als ein Überlappungselement eingesetzt werden und in Wirklichkeit können auch unterschiedliche Überlappungselemente eingesetzt werden, um unterschiedliche äußere Erscheinungsbilder zu erzeugen. Beispielsweise kann das Überlappungselement am Hinterteil des Schuhs eine integrierte Lippe 24 haben, welche als ein Abstreifer wirkt.

Obgleich die Erfindung voranstehend bevorzugt unter Bezugnahme auf San Crispino Schuhe beschrieben worden ist, werden von der Bezeichnung "Schuh" auch andere Typen von Schuhen umfasst, bei denen sich die vorstehend beschriebenen Konstruktionen einsetzen lassen.


Anspruch[de]
Verfahren zum Herstellen eines Schuhs, welches die folgenden Schritte aufweist:

(a) Ausbilden eines Oberteils (1, 30, 71, 92), welches einen Umfang mit einer vorbestimmten Gestalt hat;

(b) Ausbilden eines Überlappungselements (20, 50, 72, 90) aus einem Kunststoffmaterial zum Anbringen des Oberteils an einer Sohle; wobei das Überlappungselement obere und untere Flansche (21, 23; 51, 53) hat, welche eine kanalförmige Hohlkehle (26, 56) bilden, um wenigstens einen Teil des Umfangs des Oberteils aufzunehmen; wobei das Verfahren durch folgendes gekennzeichnet ist:

(c) Ausformen des Überlappungselements zur Anpassung an die Gestalt des wenigstens einen Teils des Umfangs des Oberteils;

(d) Ausformen einer Reihe von Öffnungen (25, 55) jeweils an dem oberen und unteren Flansch des Überlappungselements, um eine Heftung aufzunehmen, mittels welcher das wenigstens eine Teil des Umfangs des Oberteils zwischen dem oberen und unteren Flansch des Überlappungselements und der Sohle fest verbunden werden;

(e) Ausbilden einer Reihe von Öffnungen in dem Umfang des wenigstens einen Teils des Umfangs des Oberteils unter Zuordnung zu den Öffnungen im oberen und unteren Flansch des Überlappungselements; und

(f) Versehen des Überlappungselements mit einem ausreichenden Federungsvermögen, um die Ausrichtung der zugeordneten Öffnungen in den Komponenten des Schuhs abzugleichen, wodurch die Heftung erleichtert wird.
Verfahren nach Anspruch 1, bei dem das Überlappungselement derart ausgebildet ist, dass es sich über den gesamten Umfang des Oberteils erstreckt. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem zwei oder mehrere Überlappungselemente eingesetzt werden. Verfahren nach Anspruch 1 oder Anspruch 3, bei dem der Teil des Umfangs einen Großteil ausmacht. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem das Überlappungselement aus TPU ausgebildet ist. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem ferner eine Sohle an dem Oberteil angebracht wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem ferner das Überlappungselement integral mit einer Sohle ausgebildet wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem das Überlappungselement integral mit einer Innensohle ausgebildet wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, welches ferner aufweist, dass eine Innensohle mit dem Oberteil in die kanalförmige Hohlkehle eingeführt wird, welche von den oberen und unteren Flanschen des Überlappungselements gebildet wird, so dass auf beiden Seiten des Umfangs der Innensohle und des Oberteils längs eines Teils des jeweiligen Umfangs eine Überlappung gebildet wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, welches ferner folgendes aufweist:

Vorsehen eines Formteils (80) in dem Innenraum des Schuhs zur abschließenden Fertigstellung des Schuhs, wobei das Formteil ein mit einem Flansch versehenes Element (81) aufweist, welches in die kanalförmige Hohlkehle des Überlappungselements ragt.
Verfahren nach Anspruch 10, bei dem ferner das Überlappungselement in dem eingeführten Oberteil in einen Formhohlraum eingebracht wird, und eine Sohle an dem Überlappungselement angeformt wird, wobei das Material der Sohle mit dem Überlappungselement verschmelzt. Verfahren nach Anspruch 10 oder Anspruch 11, welches ferner aufweist, dass ein Formteil vorgesehen wird, welches folgendes aufweist:

ein Hauptelement, welches an die allgemeine Innengestalt eines Schuhs angepasst ist; und

ein mit einem Flansch versehenes Element (81), welches um wenigstens einen Teil des unteren Umfangs des Formteils vorgesehen ist.






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