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Dokumentenidentifikation DE102006001869B4 17.01.2008
Titel Computersystem
Anmelder Fujitsu Siemens Computers GmbH, 80807 München, DE
Erfinder Czermak, Bruno, 86179 Augsburg, DE
Vertreter Epping Hermann Fischer, Patentanwaltsgesellschaft mbH, 80339 München
DE-Anmeldedatum 13.01.2006
DE-Aktenzeichen 102006001869
Offenlegungstag 19.07.2007
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 17.01.2008
Veröffentlichungstag im Patentblatt 17.01.2008
IPC-Hauptklasse G06F 1/16(2006.01)A, F, I, 20060113, B, H, DE
IPC-Nebenklasse H05K 5/02(2006.01)A, L, I, 20060113, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Computersystem, aufweisend ein Gehäuse mit einer Laufwerkshaltevorrichtung umfassend einen Laufwerkskäfig mit wenigstens einem Einschubbereich zum Halten eines Laufwerks und eine in dem Gehäuse angeordnete Systemplatine mit einem Prozessor, einer Laufwerksteuerung und einem mit der Laufwerksteuerung verbundenen ersten Steckverbinder.

Computersysteme mit einem Gehäuse mit einer Laufwerkshaltevorrichtung und einer in dem Gehäuse angeordneten Systemplatine sind vielfach bekannt. Beispielsweise weisen die meisten so genannten Desktop-PC-Gehäuse eine im Bereich einer Gehäusewand angeordnete Systemplatine mit einem Prozessor, einer Laufwerksteuerung und einem mit der Laufwerksteuerung verbundenen ersten Steckverbinder auf. Des Weiteren weisen solche Gehäuse üblicherweise einen Laufwerkskäfig im vorderen Bereich des Gehäuses auf, sodass darin angeordnete Laufwerke von vorne zugänglich sind.

Bei Computersystemen nach dem Stand der Technik werden in der Laufwerkshaltevorrichtung angeordnete Laufwerke durch Kabel mit dem ersten Steckverbinder auf der Systemplatine verbunden. Üblicherweise wird über eine erste Kabelverbindung ein Datenanschluss mit einer Laufwerksteuerung hergestellt. Über eine weitere Kabelverbindung wird das Laufwerk mit Strom versorgt.

Das Anschließen von Laufwerken mittels Kabelverbindungen ist in der industriellen Fertigung mit verhältnismäßig großem Aufwand verbunden, da es sich nicht automatisieren lässt. zudem entstehen durch die Montage und die dafür benötigten Kabel relativ hohe Kosten. Außerdem behindern insbesondere Flachbandkabel eine effektive Kühlung eines Computersystems.

Aus der DE 201 06 311 U1 ist ein Computergehäuse mit Laufwerks- und Komponenten-Baugruppenträger-Einschüben bekannt. Das bekannte Computergehäuse ist dadurch gekennzeichnet, dass es als Baugruppenträgergehäusekonstruktion ausgeführt ist und die Baugruppenträger-Einschübe mit den Laufwerken bestückt sind und in die ISA- oder PCI-Steckplätze der passiven Backplane oder des Motherboards eingesteckt werden.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Computersystem zu beschreiben, das einen besonders einfachen und kostengünstigen Anschluss von Laufwerken gestattet.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Computersystem der eingangs genannten Art gelöst, das dadurch gekennzeichnet ist, dass ein Laufwerk, das in dem Einschubbereich angeordnet ist, senkrecht zu der Systemplatine angeordnet ist und die Systemplatine mit dem ersten Steckverbinder so in dem Gehäuse angeordnet ist, dass ein zweiter Steckverbinder des Laufwerks direkt den ersten Steckverbinder der Systemplatine kontaktiert.

Durch ein Anordnen der Systemplatine und des ersten Steckverbinders auf der Systemplatine in einem Bereich einer Laufwerkshaltevorrichtung können Laufwerke mit einem zweiten Steckverbinder direkt in den ersten Steckverbinder der Systemplatine eingesteckt werden. Ein zusätzliches Verbindungskabel zwischen dem ersten und zweiten Steckverbinder wird nicht benötigt. Damit entfällt bei der Montage eines Laufwerks in einem Computersystem ein zusätzliche Schritt zum elektrischen Anschließen des Laufwerks. Erfindungsgemäß wird der elektrische Anschluss gleichzeitig mit dem Einsetzen des Laufwerks in die Laufwerkshaltevorrichtung hergestellt.

Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist das Gehäuse des Computersystems eine Öffnung im Bereich der Laufwerkshaltevorrichtung auf, sodass ein Laufwerk von außen in das Computersystem einsetzbar ist und das Laufwerk beim Einsetzen durch den ersten und zweiten Steckverbinder funktionsfähig mit der Laufwerksteuerung der Systemplatine verbunden wird.

Durch eine Öffnung im Bereich der Laufwerkshaltevorrichtung wird es möglich, Laufwerke auch ohne ein Öffnen des Computergehäuses auszutauschen, zu ergänzen oder zu entfernen. Damit wird auch eine nachträgliche Auf- oder Umrüstung eines Computersystems erheblich erleichtert.

Weitere Einzelheiten und Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Die Erfindung wird nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnungen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:

1 eine schematische Darstellung eines Computersystems gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung,

2 einen Querschnitt durch eine Laufwerkshaltevorrichtung gemäß dem Ausführungsbeispiel der Erfindung.

1 zeigt eine schematische Darstellung eines Computersystems 1.

Das Computersystem 1 weist ein Gehäuse 2 mit einer darin angeordneten Laufwerkshaltevorrichtung 3 auf. Des Weiteren weist das Computersystem 1 ein Netzteil 4, eine Systemplatine 5 und Belüftungsöffnungen 6a, 6b, 6c und 6d auf. Auf der Systemplatine 5 befindet sich ein Prozessor 7, Speichermodule 8 und eine Laufwerksteuerung 9. Die Laufwerksteuerung 9 ist über einen Datenbus 10 mit ersten Steckverbindern 11 verbunden, die zum Anschluss von in der Laufwerkshaltevorrichtung 3 angeordneten Laufwerken 12 geeignet sind.

Im in der 1 dargestellten Ausführungsbeispiel ist ein Laufwerk 12 bereits in der Laufwerkshaltevorrichtung 3 montiert. Ein weiteres Laufwerk 12, das über einen zweiten Steckverbinder 13 an der Rückseite des Laufwerks 12 verfügt, kann durch einfaches Einstecken des Laufwerks 12 in einen freien Einschubbereich der Laufwerkshaltevorrichtung 3 dem Computersystem 1 hinzugefügt werden, wodurch einer der ersten Steckverbinder 11 direkt mit dem zweiten Steckverbinder 13 verbunden wird. Dadurch wird bei der Montage kein gesondertes Kabel benötigt, so dass die Kosten dafür eingespart werden können.

Wie aus der 1 ersichtlich ist, ist die Laufwerkshaltevorrichtung 3 in einem Bereich zwischen einer ersten Belüftungsöffnung 6a und einer zweiten Belüftungsöffnung 6b angeordnet, sodass ein Luftstrom, der durch die erste Belüftungsöffnung 6a eintritt und durch die zweite Belüftungsöffnung 6b austritt, zur Kühlung der in der Laufwerkshaltevorrichtung 3 angeordneten Laufwerke 12 dient. Dazu kann beispielsweise im Bereich der zweiten Belüftungsöffnung 6b ein elektrisch betriebener Lüfter angeordnet werden, der in der 1 jedoch nicht dargestellt ist. Da die Laufwerke 12 quer in dem Gehäuse 2 angeordnet sind, behindert ihr Anschluss durch die ersten und zweiten Steckverbinder 11 und 13 nicht den Luftstrom durch das Gehäuse 2. Da auch keine zusätzlichen Kabel zum Anschluss benötigt werden, kann die Luft ungestört durch das Gehäuse 2 strömen.

Eine weitere Luftströmung kühlt den Prozessor 7. Ein in dem Netzteil 4 angeordneter Lüfter saugt durch die Belüftungsöffnung 6d Luft von dem Prozessor 7 und einem darauf befindlichen, jedoch in der 1 nicht dargestellten Kühlkörper ab und befördert die erwärmte Luft über eine Belüftungsöffnung 6c nach außen.

Um die Kühlung des Prozessors 7 bzw. der Laufwerke 12 voneinander zu trennen, kann eine Schottwand zwischen einem ersten unteren Bereich des Gehäuses 2 und einem zweiten oberen Bereich des Gehäuses 2 vorgesehen sein. Ein Einfügen von Schottwänden und anderen Erweiterungen in das Gehäuse 2 wird ebenfalls erleichtert, weil keine störenden Laufwerkskabel das Einfügen behindern.

2 zeigt eine Detailansicht des Bereichs des Computersystems 1, in dem die Laufwerkshaltevorrichtung 3 angeordnet ist.

Die Laufwerkshaltevorrichtung 3 umfasst einen Laufwerkskäfig 14, in dem Halteschienen 15 angeordnet sind. Dabei ist der Laufwerkskäfig 14 in drei Einschubbereiche 16 unterteilt, in denen jeweils zwei Halteschienen 15 angeordnet sind. In dem in 2 dargestellten Beispiel ist in dem unteren Einschubbereich 16 ein Laufwerk 12, hier ein Festplattenlaufwerk, angeordnet. Das Laufwerk 12 weist Halteelemente 17 auf, die mit den Halteschienen 15 so zusammenwirken, dass das Laufwerk 12 sicher in dem Laufwerkskäfig 14 gehalten wird. Beispielsweise können die Halteelemente 17 oder die Halteschienen 15 Rastelemente aufweisen, sodass das Laufwerk 12 in einer vorbestimmten Einschubposition sicher gehalten wird.

Auf der Rückseite des Laufwerks 12 ist ein zweiter Steckverbinder 13 angeordnet, der beim Einschieben des Laufwerks 12 in die Laufwerkshaltevorrichtung 3 eine Steckverbindung mit dem ersten Steckverbinder 12 der Systemplatine 5 herstellt. Im Ausführungsbeispiel ist der erste Steckverbinder 11 bzw. der zweite Steckverbinder 13 zweiteilig ausgeführt, wobei ein erster Teil 11a bzw. 13a des ersten Steckverbinders 11 bzw. des zweiten Steckverbinders 13 einen Datenanschluss zwischen dem Laufwerk 12 und der Laufwerksteuerung 9 herstellt und ein zweiter Teil 11b bzw. 13b des ersten Steckverbinders 11 beziehungsweise des zweiten Steckverbinders 13 einen Stromversorgungsanschluss zwischen dem Netzteil 4 des Computersystems 1 und dem Laufwerk 12 herstellt. Dabei werden sowohl die zur Steuerung des Laufwerks 12 benötigten Daten, die von und zu dem Laufwerk 12 gelieferten Daten sowie dessen Versorgungsspannung über Anschlussleitungen der Systemplatine 5 geführt.

Bei den Laufwerken 12 kann es sich beispielsweise um Festplattenlaufwerke, Diskettenlaufwerke, CD-ROM-Laufwerke oder DVD-Laufwerke handeln. Der Anschluss an eine Laufwerksteuerung 9 kann beispielsweise nach dem ATA-(Advanced Technology Attachment), dem SATA-(Serial ATA), dem SCSI-(Small Computer Systems Interface) oder dem SAS-(Serial Attached SCSI) Standard erfolgen.

Bei den ersten Steckverbindern 11 beziehungsweise den zweiten Steckverbindern 13 handelt es sich üblicherweise um so genannte Wannenstiftleisten und zugehörige Buchsenleisten. Selbstverständlich sind auch andere Anschlussmöglichkeiten, die zum direkten Anschluss eines Laufwerks 12 an eine Anschlussvorrichtung 11 einer Systemplatine 5 dienen, geeignet, um einen erfindungsgemäßen Anschluss herzustellen.

In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung des Computersystems weist das Gehäuse 2 im Bereich der Laufwerkshaltevorrichtung 3 eine Öffnung auf, sodass Laufwerke 12 auch ohne ein Öffnen des Gehäuses 2 in das Computersystem 1 eingesetzt oder aus ihm entfernt werden können. Dadurch wird es beispielsweise möglich, nur durch das Öffnen einer Abdeckung am Gehäuse 2 und Einsetzen eines zusätzlichen Laufwerks 12 in das Computersystem 1 die Speicherkapazität des Computersystems 1 zu erhöhen. Ein möglicher Anschluss eines falschen Kabels an das neu hinzugefügte Laufwerk 12 durch einen ungeübten Computerbenutzer wird dabei ausgeschlossen. Auch besteht bei einem solchen Einbau keine Möglichkeit, eventuell Hochspannung führende Teile wie etwa das Netzteil 4 zu berühren, da das Gehäuse 2 des Computersystems 1 zum Einbau des zusätzlichen Laufwerks 12 nicht geöffnet werden muss.

1
Computersystem
2
Gehäuse
3
Laufwerkshaltevorrichtung
4
Netzteil
5
Systemplatine
6
Belüftungsöffnung
7
Prozessor
8
Speichermodul
9
Laufwerksteuerung
10
Datenbus
11
erster Steckverbinder
12
Laufwerk
13
zweiter Steckverbinder
14
Laufwerkskäfig
15
Halteschiene
16
Einschubbereich
17
Halteelement


Anspruch[de]
Computersystem (1), aufweisend

– ein Gehäuse (2) mit einer Laufwerkshaltevorrichtung (3) umfassend einen Laufwerkskäfig (14) mit wenigstens einem Einschubbereich (16) zum Halten eines Laufwerks (12) und

– eine in dem Gehäuse (2) angeordnete Systemplatine (5) mit einem Prozessor (7), einer Laufwerksteuerung (9) und einem mit der Laufwerksteuerung (9) verbundenen ersten Steckverbinder (11),

dadurch gekennzeichnet, dass

– ein Laufwerk (12), das in dem Einschubbereich (16) angeordnet ist, senkrecht zu der Systemplatine (5) angeordnet ist und

– die Systemplatine (5) mit dem ersten Steckverbinder (11) so in dem Gehäuse (2) angeordnet ist, dass ein zweiter Steckverbinder (13) des Laufwerks (12) direkt den ersten Steckverbinder (11) der Systemplatine (5) kontaktiert.
Computersystem (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Steckverbinder (11) und der zweite Steckverbinder (13) einen Datenanschluss und/oder einen Stromversorgungsanschluss herstellen. Computersystem (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (2) eine Öffnung im Bereich der Laufwerkshaltevorrichtung (3) aufweist, sodass ein Laufwerk (12) von außen in das Computersystem (1) einsetzbar ist und das Laufwerk (12) beim Einsetzen durch den ersten Steckverbinder (11) und den zweiten Steckverbinder (13) funktionsfähig mit der Laufwerksteuerung (9) der Systemplatine (5) verbunden wird. Computersystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Laufwerkssteuerung (9), der erste Steckverbinder (11), der zweite Steckverbinder (13) oder das Laufwerk (12) dem APA-, SATA-, SCSI- oder SAS-Standard entsprechen.






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