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Dokumentenidentifikation DE102006032065A1 17.01.2008
Titel Neuprogrammierung von elektronischen Fahrzeug-Steuereinheiten über eingebaute Peripherien für austauschbare Datenspeicher
Anmelder Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH, 80809 München, DE
Erfinder Komlósi, Attila, Budapest, HU
DE-Anmeldedatum 11.07.2006
DE-Aktenzeichen 102006032065
Offenlegungstag 17.01.2008
Veröffentlichungstag im Patentblatt 17.01.2008
IPC-Hauptklasse G06F 9/445(2006.01)A, F, I, 20060711, B, H, DE
Zusammenfassung Vorgeschlagen werden eine Vorrichtung in einem Fahrzeug zum Neuprogrammieren einer elektronischen Steuereinheit, mit einer Einrichtung des Fahrzeugs mit einem Paripheriegerät für ein austauschbares Datenmedium, das zum Lesen oder Beschreiben von austauschbaren Datenspeichermedien verwendbar ist, einem Kommunikationsnetzwerk, das für eine diagnostische Kommunikation verwendbar ist, einem Kommunikationsnetzwerk, das für eine normale funktionsorientierte Kommunikation verwendet wird, wobei notwendige Informationen zum Ermitteln eines sicheren Zustands des Fahrzeugs in dieser auffindbar sind, Nachrichten an eine Einrichtung mit einer alphanumerischen Anzeige sendbar sind, und Antworten von dem Fahrzeugbediener empfangbar sind, einem austauschbaren Datenspeichermedium, auf dem die herunterladbaren Softwarekomponenten enthalten sind, und einer elektronischen Aktualisierungs-Steuereinheit des Fahrzeugs, die die Aktualisierung von Softwarekomponenten über ein Diagnoseprotokoll handhabt, wobei sie mit einer das Peripheriegerät für austauschbare Datenspeicher aufweisenden elektronischen Einrichtung und mit einer elektronischen Ziel-Steuereinheit kommuniziert, sowie ein Verfahren für den Betrieb der Vorrichtung.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Aktualisieren von Softwarekomponenten der in ein Fahrzeug eingebauten elektronischen Steuereinheiten über eine Einrichtung mit einer Peripherie zum Zugreifen auf austauschbare Datenspeichermedien.

Aus der US 2004/6823247B1 ist ein Neuprogrammieren von elektronischen Steuereinheiten (ECUS) über eigenständige Multimedia-Unterhaltungssysteme ohne Belegung von Wartungskapazitäten in einer autorisierten Kundendienststelle bekannt.

Die in dieser Druckschrift vorgeschlagene Lösung zur Aktualisierung des schnell wachsenden Umfangs von Software in elektronischen Steuereinheiten weist Nachteile dahingehend auf, dass die Handhabung oder Verwaltung der Aktualisierung von Softwaremodulen Aufgabe des Multimediageräts ist, so dass dies eine beträchtliche Softwareunterstützung in der Steuereinrichtung des Multimediageräts erfordert, um ein diagnostisches Softwaremodul auszuführen. Dies ist jedoch keine der Aufgaben, für welche ein Multimediagerät ausgelegt ist.

Ferner kann die Einrichtung einer diagnostischen Herunterladebetriebsart bzw. Downloadsession, die Prüfung des Fahrzeugzustands oder das Initiieren des Herunterlademodus sich in bereits nur zwei Fahrzeugen desselben Herstellers unterscheiden. Derartige Unterschiede müssen von dem Multimediagerät gehandhabt werden.

Darüber hinaus kann es dann, wenn das während der Herstellung des Fahrzeugs in dieses eingebaute Multimediagerät auch das diagnostische Softwaremodul enthält, schwierig sein, denselben Typ von Multimediageräten mit unterschiedlichen diagnostischen Softwaremodulen zu handhaben. Falls das diagnostische Softwaremodul während der Produktion des Fahrzeugs in das Multimediagerät geladen wird, erfordert dies zusätzliche Zeit.

Ein weiterer Nachteil der bekannten Anordnung besteht in einem beträchtlichen Unterschied dahingehend, dass die Kommunikationsnetzwerke, die zur normalen, funktionsbezogenen Kommunikation (beispielsweise einer Zusammenarbeit zweier elektronischer Steuereinheiten zur Durchführung einer Antischlupfregelung (ASR), einer Geschwindigkeitsregelung und so weiter) und zur diagnostischen Kommunikation verwendet werden, in dem Fahrzeug unabhängige (separate) Netzwerke mit unterschiedlichen physikalischen Schichten, Kommunikationspaketen und/oder Kommunikationsmeldungen und Protokollen sein können. Die Informationen zum Prüfen des Fahrzeugzustands, zum Senden von Meldungen an den Fahrer und so weiter können üblicherweise von dem normalen Zwischenverbindungsnetzwerk der elektronischen Steuereinheiten erfasst werden, das durch zum Beispiel die weit reichend bekannte Norm SAE J1939 standardisiert ist. Die zur diagnostischen Kommunikation verwendeten Netzwerke können jedoch vollkommen anders sein, zum Beispiel standardisiert durch die Norm SAE J1587, eine K-Leitung, ein LIN (Local Interconnect Network)-Bus und dergleichen, welche hauptsächlich in der Automobilindustrie verwendet werden und spezielle Treiber für physikalische Schichten erfordern.

Außerdem ist die Verbindung zu dem Aktualisierungsoperator eine Einweg-Verbindung mit Ausnahme des Initiierens des Herunterlademodus, gibt es keine Referenz zum Herunterladen des neuen Konfigurationsmoduls, das mit dem heruntergeladenen neuen Code kompatibel ist, und kann das Herunterladen einer neuen Software für eine elektronische Steuereinheit als Nebeneffekt in einem Löschen von notwendigen fahrzeugspezifischen Informationen, beispielsweise vorangehend erfassten fahrzeugspezifischen Daten wie etwa den Versatz bzw. die Regelabweichung von elektromechanischen Sensoren (zum Beispiel Pedalen), resultieren, weil solche Daten in der neuen Konfiguration einen Anfangswert haben können. Daher können einige spezielle Bedienvorgänge vor dem Beginn der normalen Benutzung des Fahrzeugs notwendig sein, wie beispielsweise das Drücken eines Pedals, um einen Installationsoffset eines Winkelsensors zu erfassen. Solche Wechselbeziehungen, oder Interaktionen, Anforderungen von dem Fahrer und Antworten des Fahrers werden, falls erforderlich, in der bekannten Anordnung nicht gehandhabt.

Schließlich gibt es keine Referenz betreffend eine "Selbstaktualisierung", d.h. das Aktualisieren des diagnostischen Softwaremoduls selbst, in der Einrichtung, die zum Aufbauen der diagnostischen Herunterladesitzung verwendet wird, gibt es keine Referenz zum Speichern irgendwelcher von dem Fahrzeug gesammelten Informationen durch beispielsweise Schreiben dieser Daten auf ein beschreibbares Medium, und ist eine diagnostische Echtzeitverbindung zu einer zentralen Datenbank oder Kundendienststelle nicht möglich.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Aktualisieren von Softwarekomponenten der in ein Fahrzeug eingebauten elektronischen Steuereinheiten zu schaffen, mittels der die vorgenannten Nachteile und Probleme gelöst werden.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale des Vorrichtungsanspruchs 1 sowie durch die Merkmale des Verfahrensanspruchs 14 gelöst.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der beigefügten Unteransprüche.

Somit wird die Aufgabe der Erfindung gelöst durch eine Vorrichtung zum Neuprogrammieren einer elektronischen Steuereinheit eines Fahrzeugs, gekennzeichnet durch:

  • – zumindest eine funktionsorientierte elektronische Steuereinheit zur Steuerung von Betriebszuständen und Ausgabe-/Eingabe-Einrichtungen des Fahrzeugs;
  • – ein erstes Kommunikationsnetzwerk zur Durchführung einer funktionsorientierten Kommunikation in dem Fahrzeug, welches die zumindest eine funktionsorientierte elektronische Steuereinheit verbindet;
  • – eine elektronische Aktualisierungs-Steuereinheit zur Durchführung einer Aktualisierung von Softwarekomponenten der zumindest einen funktionsorientierten Steuereinheit über ein vorbestimmtes Diagnoseprotokoll;
  • – ein zweites Kommunikationsnetzwerk zur Durchführung einer diagnostischen Kommunikation mit dem Fahrzeug und der elektronischen Aktualisierungs-Steuereinheit, welches die zumindest eine funktionsorientierte elektronische Steuereinheit und die elektronische Aktualisierungs-Steuereinheit verbindet;
  • – eine Einrichtung, die mit einem Peripheriegerät zum Lesen und/oder Beschreiben eines austauschbaren Datenspeichermediums verbunden ist; und
  • – ein austauschbares Datenspeichermedium, auf dem zur Aktualisierung der zumindest einen elektronischen Steuereinheit notwendige Softwarekomponenten enthalten sind;

    wobei die Aktualisierungs-Steuereinheit zur Aktualisierung einer Softwarekomponente einer elektronischen Ziel-Steuereinrichtung der zumindest einen elektronischen Steuereinrichtung mit der das Peripheriegerät zum Lesen und/oder Beschreiben des austauschbaren Datenspeichermediums aufweisenden Einrichtung und mit der elektronischen Ziel-Steuereinheit kommuniziert.

Es wird somit eine Vorrichtung in einem Fahrzeug zum Neuprogrammieren einer elektronischen Steuereinheit vorgeschlagen mit einer Einrichtung des Fahrzeugs mit einem Peripheriegerät für ein austauschbares Datenmedium, das zum Lesen oder Beschreiben von austauschbaren Datenspeichermedien verwendbar ist, einem Kommunikationsnetzwerk, das für eine diagnostische Kommunikation verwendbar ist, einem Kommunikationsnetzwerk, das für eine normale, funktionsorientierte Kommunikation verwendet wird, wobei notwendige Informationen zum Ermitteln eines sicheren Zustands des Fahrzeugs in dieser auffindbar sind, Nachrichten an eine Einrichtung mit einer alphanumerischen Anzeige sendbar sind, und Antworten von dem Fahrzeugbediener empfangbar sind, einem austauschbaren, portablen Datenspeichermedium, auf dem die herunterladbaren Softwarekomponenten enthalten sind, und einer elektronischer Aktualisierungs-Steuereinheit des Fahrzeugs, die die Aktualisierung von Softwarekomponenten über ein Diagnoseprotokoll handhabt, wobei sie mit einer das Peripheriegerät für austauschbare Datenspeicher aufweisenden elektronischen Einrichtung und mit einer elektronischen Ziel-Steuereinheit kommuniziert.

Bevorzugt ist eine Instrumentenanordnung mit einer alphanumerischen Anzeige zur Durchführung einer interaktiven Kommunikation mit einem Fahrzeugbediener mit der zumindest einen elektronischen Steuereinheit verbunden.

Vorteilhaft ist die elektronische Aktualisierungs-Steuereinheit mit einer GSM-Schnittstelle verbunden, die eine diagnostische Fernverbindung über ein GSM-System bereitstellt.

Weiter bevorzugt ist die mit einem Peripheriegerät für austauschbare Datenspeichermedien verbundene Einrichtung fest in das Fahrzeug eingebaut und eine der nachstehenden:

  • – ein Unterhaltungsgerät, bei dem das Peripheriegerät für austauschbare Datenspeichermedien zum Abspielen und/oder Aufzeichnen von multimedialen Daten verwendet wird;
  • – ein Bordrechner, der eine Vielzahl von Hilfsfunktionen bereitstellt, mit einem Peripheriegerät für austauschbare Datenspeichermedien, das in der Lage ist, die austauschbaren Datenspeichermedien zu lesen und/oder zu beschreiben;
  • – eine Datenspeicherperipherie eines GPS-Systems, die zum Zugreifen auf oder Aktualisieren dessen Datenbank verwendbar ist.

Vorteilhaft ist das austauschbare Datenspeichermedium eine Compact Disc (CD), eine Digital Versatile Disc (DVD), eine austauschbare Festplatte, ein Speicherstift, eine ZIP-Diskette, ein Videoband, eine Diskette oder ein mit einem USB-Anschluß verbindbares USB-Stecklaufwerk.

Auch bevorzugt wird, dass das austauschbare Datenspeichermedium die herunterladbaren Softwarekomponenten und zumindest eines der folgenden enthält:

  • – eine Liste von verfügbaren und aktuellen Softwareversionen;
  • – fahrzeugspezifische Informationen;
  • – eine Aktualisierungsbefehlsdatei.

Des weiteren bevorzugt wird, dass die die Aktualisierung von Softwarekomponenten handhabende elektronische Aktualisierungs-Steuereinheit eine der folgenden ist:

  • – eine separate elektronische Steuereinheit des Fahrzeugs;
  • – ein Bordrechner;
  • – eine Multimedia-Einrichtung;
  • – eine GSM-Verbindungen bereitstellende Einrichtung;
  • – eine elektronische Steuereinheit einer Instrumententafel;
  • – eine elektronische Steuereinheit eines CAN-Routers;
  • – eine GPS-Navigationseinrichtung.

Die Steuerung des gesamten Aktualisierungsprozesses kann hierbei nicht nur durch eine separate elektronische Steuereinheit durchgeführt werden, sondern kann ebenso in beliebige, in dem Netzwerk existierende elektronische Steuereinheiten integriert werden, um die Produktkosten zu optimieren. Eine derartige Integration kann insbesondere vorteilhaft sein, weil das zugrunde liegende Prinzip an sich und die es implementierende Software im Grunde Plattform-unabhängig sind, so dass eine Integration desselben zusammen mit anderen Funktionen in ein und dieselbe elektronische Steuereinheit die Netzwerkstruktur des Fahrzeugs vereinfacht und dadurch die Kosten verringert.

Vorteilhaft ist ferner, dass

  • – das für die diagnostische Kommunikation ausgelegte zweite Kommunikationsnetzwerk in den Wartungsstationen zu Diagnosezwecken verwendbar ist; und
  • – ein gemeinsames diagnostisches Protokoll zum Kommunizieren mit allen elektronischen Steuereinheiten in dem Fahrzeug bereitgestellt ist.

Darüber hinaus bevorzugt wird, dass das für die funktionsorientierte Kommunikation ausgelegte erste Kommunikationsnetzwerk

  • – ein Kommunikationsmedium für die zumindest eine funktionsorientierte elektronische Steuereinheit zum Erzielen von Fahrzeugfunktionen bereitstellt, die eine Zusammenarbeit von mehr als einer elektronischen Steuereinheit erfordern;
  • – von den an der Zusammenarbeit beteiligten elektronischen Steuereinheiten in Übereinstimmung mit einem Normalbetrieb des Fahrzeugs Zustandsinformationen aufnimmt und an diese Befehle ausgibt;
  • – notwendige Informationen zum Ermitteln, ob der Zustand des Fahrzeugs für einen Herunterlademodus von auf dem austauschbaren Datenspeichermedium enthaltenen Softwarekomponenten sicher ist, bereitstellt; und
  • – Antworten von dem Fahrzeugbediener entgegennimmt.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung sind das erste und das zweite Kommunikationsnetzwerk zwei physikalisch unabhängige Netzwerke.

In diesem Fall ist es möglich, dass die physikalisch unabhängigen Netzwerke drahtlose Netzwerke sind.

In einer alternativen vorteilhaften Ausgestaltung sind das erste und das zweite Kommunikationsnetzwerk physikalisch ein und dasselbe Netzwerk und werden daher die die Aktualisierung von Softwarekomponenten einschließende diagnostische Kommunikation und die funktionsorientierte Kommunikation auf ein und demselben Netzwerk durchgeführt.

Auch in diesem Fall ist es möglich, dass das physikalisch ein und dasselbe Netzwerk ein drahtloses Netzwerk ist.

Zur Implementierung der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird ein Aktualisierungsverfahren vorgeschlagen, das von der elektronischen Aktualisierungs-Steuereinheit ausgeführt wird und die folgenden Schritte umfasst:

  • – Prüfen des Zustands des Fahrzeugs dahingehend, ob der Zustand zum Durchführen eines Herunterladens von Software von dem austauschbaren Datenspeichermedium sicher ist;
  • – Aufbauen des Diagnosemodus;
  • – Anfordern von Daten von der Einrichtung mit der Datenspeicherperipherie;
  • – Auffordern der elektronischen Ziel-Steuereinheit, sich selbst in den Herunterlademodus zu versetzen; und
  • – Überprüfen, ob der Herunterladevorgang erfolgreich war oder nicht.

Das Aktualisierungsverfahren selbst ist eine eigenständige, Plattform-unabhängige und von einem Kunden programmierbare Softwarekomponente, welche entwickelt, von Fehlern befreit, getestet und von Fahrzeugherstellern in die elektronische Aktualisierungs-Steuereinheit geladen bzw. heruntergeladen werden kann, und diesen somit ihrem Produkt entsprechend weitestgehende Freiheit zur Anpassung und Optimierung des Aktualisierungsprozesses gibt.

Die elektronische Aktualisierungs-Steuereinheit, die mit dem Kommunikationsnetzwerk des Fahrzeugs verbunden ist und dabei eine diagnostische Verbindung sowie optional einen größeren nicht flüchtigen Speicher aufweist, kann nicht nur zu Zwecken der Softwareaktualisierung, sondern auch für andere Funktionen, wie beispielsweise die Gewinnung von Daten aus dem GPS-Navigationssystem oder das übergreifende Treiberverhalten und dergleichen nutzbar. Diese gesammelten Daten können auch auf einen beschreibbaren Multimedia-Speicher gesichert werden, falls eine Einrichtung mit einer Peripherie für einen austauschbaren Datenspeicher ein solches Schreiben unterstützt.

Die Erfindung wird nachstehend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher beschrieben. Es zeigen:

1 ein Ausführungsbeispiel eines Fahrzeugnetzwerks, das zur Aktualisierung der Software einer elektronischen Steuereinheit mit einer Peripherie zum Zugreifen auf austauschbare Datenspeichermedien ausgelegt ist, wobei angegeben ist, wie die elektronische Steuereinheit einer elektronischen Aktualisierungssteuereinrichtung mit dem Fahrzeugnetzwerk verbunden ist; und

2 ein Ablaufdiagramm eines Aktualisierungsprozesses gemäß einem Ausführungsbeispiel.

Zunächst werden einige Grundlagen der Erfindung beschrieben.

Herunterladbare Softwarekomponenten, wie beispielsweise die Haupt-Betriebssoftware, der so genannte Bootlader, die Gerätekonfiguration und so weiter, sind auf einem austauschbaren Datenmedium bzw. Wechseldatenträger enthalten und werden in die eingebundenen elektronischen Steuereinheiten über dasselbe Download- bzw. Herunterladeprotokoll heruntergeladen, das auch in den Kundendienststationen verwendet wird. Darüber hinaus ist es möglich, Daten von den Kommunikationsnetzwerken des Fahrzeugs zu sammeln und die Datenspeicherperipherie oder die Datenspeicher-Peripherieeinrichtungen in die Lage zu versetzen, die gewonnenen Daten, wie beispielsweise Fehlerspeicher der elektronischen Steuereinheiten, gelernte bzw. erfasste Daten, GPS-Streckendaten, Fahrtenschreiber-Geschwindigkeitsdiagramme und so weiter, auf ein beschreibbares Medium zu schreiben. Mit einer GSM-Schnittstelle kann sodann eine Ferndiagnosesitzung ermöglicht werden.

Heutzutage werden mehr und mehr Funktionen in einem Fahrzeug mittels speziellen, funktionsorientierten, d.h. an Funktionen ausgerichteten, elektronischen Steuereinheiten (Electronic Control Units, ECUS) durchgeführt. Diese elektronischen Steuereinheiten enthalten einen geeigneten Microcontroller, welcher eine konfigurierbare Software ausführt, die die verlangten Steuerfunktionen durchführt. Diese Art einer Lösung wird zum beispielsweise Steuern der Kraftstoffeinspritzung in die Brennkraftmaschine verwendet, verbessert die konventionellen Bremsfunktionen mittels ABS, ASR und dergleichen, oder steuert einen Retarder und so weiter.

Nicht nur sicherheitskritische Einrichtungen können solche Software enthalten, sondern auch weniger wichtige Einrichtungen wie etwa eine Klimaanlage, ein GPS-System, eine Scheibenwischanlage und dergleichen.

Diese intelligenten Steuereinheiten sind üblicherweise über ein Kommunikationsmedium (vorwiegend ein CAN-Bus gemäß der Norm SAE J1939, jedoch sind auch andere Lösungen bekannt) miteinander verbunden. Dies erlaubt es, das Leistungsvermögen des Fahrzeugs durch eine Kommunikation zwischen Einrichtungen (beispielsweise einer ASR oder einer Geschwindigkeitsregelung) zu steigern.

Um die Sicherheit zu erhöhen, sind dort physikalisch unabhängige Netzwerksegmente vorgesehen, wo die elektronischen Steuereinheiten derselben sicherheitskritischen Ebene miteinander verbunden sind. Dadurch wird ausgeschlossen, dass zum Beispiel ein Ausfall einer Einrichtung mit niedriger Wichtigkeit den Netzwerkbus blockieren kann und dadurch auch die Kommunikation zwischen sicherheitskritischen Einrichtungen oder Geräten unmöglich macht.

Obwohl derartige eingebettete, in den elektronischen Steuereinheiten ablaufende Software unter extrem strengen Bedingungen entwickelt und getestet wird, kann es dennoch vorkommen, dass sie Fehler enthält, welche erst nach dem Zusammenbau des Fahrzeugs gefunden oder entdeckt werden. Darüber hinaus kann es geschehen, dass Verbesserungen in die Software eingearbeitet werden, die derzeitiger Hardware weitere Funktionen verleiht.

Solche Gründe können einen Austausch einer Softwarekomponente in einem Fahrzeug erforderlich machen.

Dies erfolgt bislang durch Zurückrufen des Fahrzeugs in die Werkstatt, in der eine spezielle diagnostische Einrichtung bzw. ein spezielles Diagnosegerät mit der Kommunikationsleitung der elektronischen Steuereinheit verbunden und sodann das erforderliche Softwaremodul in diese geladen wird.

Dies ist jedoch aufwendig und teuer, da das Fahrzeug, solange es in der Werkstatt steht, seine täglichen Aufgaben nicht erfüllen kann, welches in einem Verdienstausfall für den Eigentümer resultiert, und zudem die Werkstattbenutzung vergütet werden muss.

Die derzeitige Tendenz geht daher dahin, dass mehr und mehr Funktionen, die früher auf eine andere Art und Weise durchgeführt wurden, durch intelligente elektronische Steuereinheiten ersetzt werden, so dass es für die vorhandenen elektronischen Steuereinheiten immer schwieriger wird, ein besseres Leistungsvermögen zu bieten, ohne die Problematik und/oder die Komplexität mechanischer Komponenten zu vergrößern.

Dies führt dazu, dass die in den elektronischen Steuereinheiten eines Fahrzeugs installierte Software zu einer immer wesentlicheren Komponente des Fahrzeugs wird, deren Wartungsbedarf immer bedeutsamer wird. Der Gesamtumfang an Software kann bereits in Megabyte beziffert werden, so dass eine Aktualisierung einer derart großen Codemenge ein schnelles, verlässliches und kostenoptimiertes Verfahren zum Herunterladen von Code erfordert.

Üblicherweise enthalten zum Beispiel alle heutzutage gebauten Lastkraftwagen eine Art von Datenspeicherperipherie, welche dazu geeignet ist, auf ein austauschbares Datenmedium zuzugreifen (beispielsweise Multimediageräte, Bordrechner bzw. Bordcomputer und dergleichen). Diese Einrichtungen sind für gewöhnlich mit einer Kommunikationsleitung des Lastkraftwagens verbunden. Falls dem so ist, wird eine Steuerung der Datenspeicherperipherie über die Kommunikationsleitung, mit der sie verbunden ist, möglich, um eine Datenübertragung (Anfordern eines Datenblocks, Suchen eines Sektors und so weiter) durchzuführen.

Die Aktualisierung jeder elektronischen Steuereinheit kann durch Vorsehen, d.h. Einbauen, einer speziellen "ECU Neuprogrammierungs-Steuerungs-ECU", d.h. einer elektronischen Steuereinheit, die die Neuprogrammierung einer anderen elektronischen Steuereinheit steuert und die nachstehend als "elektronische Aktualisierungs-Steuereinheit" bezeichnet wird, durchgeführt werden.

Die elektronische Aktualisierungs-Steuereinheit steuert die Datenspeicherperipherie über das Kommunikationsnetzwerk, mit dem sie verbunden ist, kann auf die Daten auf dem austauschbaren Datenmedium, das in die Datenspeicherperipherie eingelegt ist, über die Kommunikationsleitung zugreifen, prüft den Fahrzeugzustand, ermittelt, ob sich das Fahrzeug in einem sicheren Zustand für den (relativ langen) Software-Herunterladeprozess befindet, baut diagnostische Verbindungen mit den zu aktualisierenden elektronischen Steuereinheiten auf und lädt die notwendigen Softwaremodule herunter, initiiert spezielle Vorgänge nach der Aktualisierung, soweit diese erforderlich sind, kann eine Ferndiagnosesitzung unter Verwendung einer optionalen GSM-Schnittstelle aufbauen, und kann unter Verwendung ihres eingebauten diagnostischen Softwaremoduls und grundlegenden Befehlen einfache, ungefährliche diagnostische Abfragen über beispielsweise den Bremsbelagverschleiß und dergleichen durchführen.

Nachstehend wird nun die Zeichnung im Einzelnen beschrieben.

1 zeigt vereinfacht ein die elektronische Aktualisierungs-Steuereinheit beinhaltendes Netzwerk gemäß einem Ausführungsbeispiel.

Die Darstellung zeigt ein einfaches Fahrzeugnetzwerk, das aus nur einem Segment besteht. In der Praxis sind aufgrund einer erhöhten Kommunikationssicherheit mehrere Netzwerksegmente in einem Fahrzeug vorhanden. Die sicherheitskritischeren Einrichtungen sind zu einem separaten Netzwerksegment zusammengeschaltet, und weitere, weniger wichtige Einrichtungen sind zu anderen Segmenten verschaltet, so dass auf diese Art und Weise ein Ausfall einer elektronischen Steuereinheit nur deren eigenes Segment, nicht jedoch den gesamten Bus blockieren kann.

Die Vorrichtung 1 umfasst zunächst elektronische Steuereinheiten 2a bis 2n. Diese "normalen" bzw. regulären Steuereinheiten 2a bis 2n sind durch Ausführen einer internen Software, deren Softwarekomponenten irgendwann eine Aktualisierung erfordern könnten, für eine bestimmte Funktion in dem Fahrzeug verantwortlich. Die elektronischen Steuereinheiten 2a bis 2n sind mittels einer Verbindung 4 bzw. Verbindungen 4a bis 4n mit einem Kommunikationsnetzwerk 6 verbunden, welches zur normalen, funktionsbezogenen Kommunikation zwischen den elektronischen Steuereinheiten 2a bis 2n verwendet wird. Ferner sind die elektronischen Steuereinheiten 2a bis 2n mittels einer Verbindung 3 bzw. Verbindungen 3a bis 3n mit einem Kommunikationsnetzwerk 5 verbunden, welches zur diagnostischen Kommunikation zwischen den elektronischen Steuereinheiten 2a bis 2n verwendet wird. Eine elektronische Aktualisierungs-Steuereinheit 9 ist mittels einer Verbindung 7 mit dem Kommunikationsnetzwerk 6 und mittels einer Verbindung 8 mit dem Kommunikationsnetzwerk 5 verbunden. Ferner ist die elektronische Aktualisierungs-Steuereinheit 9 mittels einer Verbindung 10 mit einer Einrichtung 11 mit einer Datenspeicherperipherie verbunden, um Befehle zu senden oder Daten von einem austauschbaren, portablen Datenspeichermedium bzw. Wechseldatenträger 13 abzufragen, welches bzw. welcher mittels einer Verbindung 12 mit der Einrichtung 11 verbunden ist. Diese logische Verbindung 10 kann für den diagnostischen Bus, d.h. das Kommunikationsnetzwerk 5, oder für das normale, funktionsorientierte Kommunikationsnetzwerk 6 den Wert "Wahr" annehmen, oder kann ebenso eine beliebige andere Punkt-zu-Punkt-Verbindung wie beispielsweise RS232, I2C, USB und dergleichen sein. Optional ist die elektronische Aktualisierungs-Steuereinheit 9 mittels einer Verbindung 14 mit einer GSM-Schnittstelle 15 verbunden, um eine Möglichkeit für Ferndiagnosesitzungen zu eröffnen.

Das Kommunikationsnetzwerk 5 wird für eine diagnostische Kommunikation in Übereinstimmung mit dem Diagnoseprotokoll KWP2000 (dem auf dem internationalen Standard ISO 14230-4 basierenden KeyWord Protocol 2000) verwendet. Dieses Netzwerk kann ein CAN-Netzwerk gemäß der Norm SAE J1939, ein Netzwerk gemäß der Norm SAE J1587, eine K-Leitung oder eine LIN (Local Interconnect Network)-Busverbindung sein.

Das Kommunikationsnetzwerk 6 wird für einen funktionsbezogenen Datenaustausch verwendet, der für den normalen Betrieb des Fahrzeugs notwendig ist.

Dieses Kommunikationsnetzwerk bzw. dieser Bus 6 wird von der elektronischen Aktualisierungs-ECU 9 zum Erhalten von Antworten von dem Fahrzeugbediener durch eine Aktivität 16, welche beispielsweise aus dem Drücken eines Schalters oder eines Pedals und dergleichen bestehen kann, und zum Senden von Befehlen und/oder Fragen an den Fahrzeugbediener (Fahrer) mittels Senden von Befehlen an eine elektronische Steuereinheit 2a bis 2n mit einer alphanumerischen Anzeige 17 zum Anzeigen einer Meldung oder mittels Abspielen eines Klangs, falls verfügbar, und dergleichen verwendet.

Die Einrichtung 11 mit der austauschbaren Datenspeicherperipherie ist in dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel ein Multimedia-Unterhaltungsgerät (vorwiegend ein CD- oder DVD-Laufwerk), das ebenfalls bereits Teil des Fahrzeugs ist, jedoch die elektronische Aktualisierungs-Steuereinheit 9 nicht aufweist, und hat ebenso weitere normale Funktionen, wie beispielsweise das Abspielen von Audio-CD's, DVD's, oder das Aktualisieren der Datenbank eines (nicht dargestellten) GPS-Systems.

Der austauschbare Datenspeicher 13 ist ein austauschbares Datenmedium hoher Kapazität, beispielsweise eine CD oder eine DVD, das die herunterladbare Software enthält und das in die Einrichtung 11 einlegbar ist.

Dieses Datenmedium enthält die herunterladbaren Softwaremodule, beispielsweise einen von einer Steuereinheit bzw. einem Controller ausführbaren Code oder eine Konfiguration einer elektronischen Steuereinheit, für alle elektronischen Steuereinheiten 2a bis 2n, die in dem betreffenden Fahrzeug vorhanden sind, eine Liste von Versionsidentifikatoren, die auf dem Aktualisierungs-Datenmedium, d.h. dem austauschbaren Datenspeichermedium 13, enthalten sind, und eine Befehlsdatei für die elektronische Aktualisierungs-Steuereinheit 9, welche beschreibt, was in Übereinstimmung mit einem (noch zu beschreibenden) Aktualisierungsverfahren zu aktualisieren ist. Natürlich kann das austauschbare Datenspeichermedium 13 auch ein neues Aktualisierungsverfahren, etwa einen neuen Aktualisierungsalgorithmus, oder eine neue Software der das Aktualisierungsverfahren ausführenden elektronischen Aktualisierungs-Steuereinheit 9 enthalten.

Die GSM-Schnittstelle 15 ist eine an sich bekannte GSM-Schnittstelle zum Aufbauen von Ferndiagnoseverbindungen zu den elektronischen Steuereinheiten 2a bis 2n.

2 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Aktualisierungsprozesses gemäß einem Ausführungsbeispiel.

Über den gesamten, beispielhaften Aktualisierungsalgorithmus hinweg bedeutet das Präfix "MELDUNG:" einen an die elektronische Steuereinheit mit der alphanumerischen Anzeige gesendeten Befehl zum Anzeigen einer Meldung. Auf vergleichbare Art und Weise bedeutet das Präfix "HOLE:" eine Aktivität zum Erhalten einer Antwort von dem Fahrzeugbediener (dem Fahrer).

Die Software der elektronischen Aktualisierungs-Steuereinheit 9 besteht aus zwei Teilen.

Der erste Teil ist eine grundlegende Plattformsoftware einschließlich allgemeiner Funktionen sowie jeder Art von Softwaremodulen, die von Kunden, Fahrzeugtyp, Typ der elektronischen Multimedia-Steuereinheit, Fahrzeug-Netzwerktopologie und dergleichen unabhängig sind. Dieser erste Teil wird hierin nicht näher beschrieben.

Der zweite Teil besteht aus letztendlich programmierbaren Softwarekomponenten wie etwa Konfigurationsparametern der elektronischen Aktualisierungs-Steuereinheit 9, beispielsweise aktiven Netzwerkverbindungen, oder externen Softwarekomponenten, d.h. dem Aktualisierungsverfahren bzw. Aktualisierungsalgorithmus, und optional aktualisierbaren Softwarekomponenten, wie zum Beispiel Treibern für die Datenspeicherperipherie, kundenabhängigen Implementierungen des Diagnoseprotokolls, Treibern für die alphanumerische Anzeige und dergleichen.

Das von dem Hersteller des Fahrzeugs programmierbare Aktualisierungsverfahren 200 ist verantwortlich für das Ermitteln, ob sich das Fahrzeug in einem zum Durchführen der Aktualisierung von Softwarekomponenten, die in der Befehlsdatei auf dem austauschbaren Datenspeichermedium 13 aufgelistet sind, sicheren Zustand befindet, das korrekte Interpretieren der Befehlsdatei des austauschbaren Datenspeichermediums 13, das Aufbauen der diagnostischen Verbindung mit einer elektronischen Ziel-Steuereinheit 2x (wobei x = a, ..., n gemäß 1), das Herunterladen der Daten in die elektronische Ziel-Steuereinheit 2x, das Beenden der Herunterladesitzung bzw. Herunterladebetriebsart und Veranlassen der elektronischen Ziel-Steuereinheit 2x, zum normalen Betrieb zurückzukehren, das überprüfen, ob die neue Softwarekomponente in der elektronischen Ziel-Steuereinheit 2x identisch zu den Daten auf dem austauschbaren Datenspeichermedium 13 ist, das Senden von Befehlen und/oder Fragen an die Aktualisierungs-Bedienperson, und das Empfangen von Bedienerantworten von dem Aktualisierungsbediener.

Das in 2 gezeigte Aktualisierungsverfahren 200 stellt lediglich ein Beispiel eines grundlegend geeigneten Aktualisierungsalgorithmus dar, der die Schlüsselfähigkeiten der elektronischen Aktualisierungs-Steuereinheit 9 nutzt. Da der Aktualisierungsalgorithmus selbst üblicherweise Fahrzeugtypspezifische Elemente enthält, braucht nicht erwähnt zu werden, dass dieser beispielhafte Aktualisierungsalgorithmus lediglich eine Beschreibung zur Darstellung ist, wie eine Implementation der elektronischen Aktualisierungs-Steuereinheit 9 arbeitet.

Ein erster Block des Aktualisierungsalgorithmus beginnt mit einem Schritt 201, in dem die elektronische Aktualisierungs-Steuereinheit 9 erkennt, ob ein austauschbares Datenspeichermedium 13 mit der die austauschbare Datenspeicherperipherie aufweisenden Einrichtung 11 verbunden ist. Dies kann etwa durch eine Zustandsänderungs-Anzeigemeldung der Einrichtung 11 an die elektronische Aktualisierungs-Steuereinheit 9 oder durch periodisches Abfragen der elektronischen Aktualisierungs-Steuereinheit 9 dahingehend, ob sich der Medienverfügbarkeitszustand geändert hat, erfolgen. Dieses Abfragen kann in Abhängigkeit von einem bestimmten Zustand des Fahrzeugs unbedingt oder bedingt ablaufen.

Falls ein neues austauschbares Datenspeichermedium 13 mit der Einrichtung 11 verbunden ist, muss entschieden werden, ob das eingelegte Datenspeichermedium 13 ein geeignetes austauschbares Datenspeichermedium 13 ist, das widerspruchsfreie Daten zum Aktualisieren von Softwarekomponenten in dem Fahrzeug enthält, oder nicht. Dies erfolgt mittels der elektronischen Aktualisierungs-Steuereinheit 9 durch Prüfen des Inhalts des austauschbaren Datenspeichermediums 13.

Ein zweiter Block des Aktualisierungsalgorithmus besteht aus Schritten 202 bis 205. Dieser zweite Block prüft, ob sich das Fahrzeug in einem sicheren Zustand zum Durchführen einer Aktualisierung einer Softwarekomponente befindet. Dies erfolgt durch Sammeln eines Satzes von Fahrzeug-Zustandsparametern aus dem Kommunikationsnetzwerk 6, beispielsweise durch Prüfen, ob der Motor angehalten ist (Schritt 202), und/oder Prüfen, ob die Parkbremse betätigt ist (Schritt 204), und/oder Prüfen, ob sich der Getriebeschalthebel in der Neutral- bzw. Leerlaufstellung befindet (nicht gezeigt), und dergleichen.

Lautet das Ergebnis in Schritt 202 "Nein", verzweigt der Ablauf zu Schritt 203, in dem an den Fahrer eine Meldung ausgegeben wird, den Motor anzuhalten, und erfolgt sodann eine erneute Prüfung daraufhin in Schritt 202. Lautet das Ergebnis in Schritt 203 "Ja", schreitet der Ablauf zu Schritt 204 fort.

Lautet das Ergebnis in Schritt 204 "Nein", verzweigt der Ablauf zu Schritt 205, in dem an den Fahrer eine Meldung ausgegeben wird, die Parkbremse zu aktivieren, und erfolgt sodann eine erneute Prüfung daraufhin in Schritt 204. Lautet das Ergebnis in Schritt 204 "Ja", schreitet der Ablauf zu Schritt 206 fort.

Ein dritter Block des Aktualisierungsalgorithmus besteht aus Schritten 206 bis 208. Dieser Block liest die Aktualisierungsbefehlsdatei in Schritt 206 und prüft in Schritt 207, ob diese korrekt und ausführbar ist. Im Einzelnen wird geprüft, ob die Datei unbrauchbar oder beschädigt ist oder nicht, ob die zu aktualisierenden Softwarekomponenten verfügbar sind, und ob die in den Software-Aktualisierungsprozess involvierten elektronischen Ziel-Steuereinheiten in dem Fahrzeug verfügbar sind und für den Herunterladevorgang korrekt arbeiten.

Lautet das Ergebnis der Prüfung in Schritt 207 "Nein", wird in Schritt 208 eine Meldung an den Fahrer dahingehend ausgegeben, dass die Befehlsdatei nicht lesbar ist, und schreitet der Ablauf zu einem Schritt 214 fort, in dem das Aktualisierungsverfahren 200 beendet wird. Lautet das Ergebnis der Prüfung in Schritt 207 "Ja", schreitet der Ablauf zu einem Schritt 209 fort.

Die nächsten drei Blöcke des Aktualisierungsalgorithmus, die wiederholt ausgeführt werden können und aus Schritten 209 bis 213 bestehen, führen die Aktualisierung einer Softwarekomponente in einer elektronischen Ziel-Steuereinheit 2x (einer der elektronischen Steuereinheiten 2a bis 2n) durch.

Ein vierter Block mit den Schritten 209 bis 210 besteht aus einer automatischen Prüfung der Versionen der gegenwärtigen Softwarekomponente in der elektronischen Ziel-Steuereinheit 2x und der entsprechenden neuen, auf dem austauschbaren Datenspeichermedium 13 verfügbaren Softwarekomponente. Mit den beiden bekannten Versionsidentifikatoren entscheidet die elektronische Aktualisierungs-Steuereinheit 9, ob diese Softwarekomponente zu aktualisieren ist oder nicht. Im Einzelnen wird in Schritt 209 das jeweils nächste Listenelement in der Aktualisierungsbefehlsdatei auf dem austauschbaren Datenspeichermedium 13 aufgegriffen, und wird in Schritt 210 geprüft, ob die diesem Listenelement entsprechende Softwarekomponente in der elektronischen Ziel-Steuereinheit 2x zu aktualisieren ist oder nicht. Lautet das Ergebnis der Prüfung "Nein", kehrt der Ablauf zu Schritt 209 zurück, um das nächste Listenelement aufzugreifen. Lautet das Ergebnis der Prüfung "Ja", schreitet der Ablauf zu einem Schritt 211 fort.

Ein fünfter Block, der aus den Schritten 211 bis 212 besteht, erzeugt in Schritt 211 eine Abfrage an den Fahrzeugbediener, ob das Fahrzeug für die Durchführung einer in etwa die angezeigte, geschätzte Zeit dauernden Aktualisierung einer Softwarekomponente bereit ist, und fordert in Schritt 212 eine entsprechende Antwort von dem Fahrer an.

Falls die Antwort in Schritt 212 "Ja" lautet, wird ein sechster Block ausgeführt. Falls die Antwort "Nein" lautet, wird der gegenwärtige Eintrag in der Aktualisierungsbefehlsdatei übersprungen, kehrt der Ablauf zu Schritt 209 zurück, und wird beginnend mit dem vierten Block erneut der vorstehend beschriebene Ablauf mit dem jeweils nächsten Element der Aktualisierungsbefehlsdatei ausgeführt.

Der sechste Block, bestehend aus dem Schritt 213, ist die Schlüsselaktivität der elektronische Aktualisierungs-Steuereinheit 9. In Schritt 213 wird die diagnostische Herunterladesitzung mit der elektronischen Ziel-Steuereinheit 2x aufgebaut, und wird die neue Softwarekomponente heruntergeladen und überprüft.

Schließlich wird in einem Schritt 214 das Aktualisierungsverfahren 200 beendet und die elektronische Ziel-Steuereinheit 2x in den normalen Betrieb zurückgeschaltet.

In Übereinstimmung mit der vorangehenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels stellt die Erfindung die nachstehenden Lösungen und Abhilfen der Nachteile bekannter Anordnungen bereit.

Die Handhabung und Verwaltung des gesamten Softwarekomponenten-Aktualisierungsprozesses sowie sämtlicher nachfolgender Funktionen (Prüfen des Fahrzeugzustands, Schnittstelle zu dem Fahrzeugbediener und dergleichen) erfolgt durch eine separate elektronische Steuereinheit auf bzw. in dem Fahrzeug, so dass daher alle Probleme des Verschmelzens von Multimedia und von mit der Fahrzeugdiagnose verbundenen Softwarefunktionen sowie von Hardwarekomponenten in einer Einheit beseitigt sind.

Durch Nutzen des Vorteils einer separaten elektronischen Aktualisierungs-Steuereinheit ist es einfach, alle bekannten Schaltkreise für physikalische Schichten und deren Treibersoftware, die in der Fahrzeugindustrie verbreitet sind, wie beispielsweise CAN J1939, CAN ISO11992, SAE J1587, K-Leitung, LIN-Bus und dergleichen, in eine elektronische Steuereinheit zu integrieren.

Die Verbindung zu dem Fahrer ist eine interaktive Verbindung, so dass daher der Fahrzeugbediener den Betriebsablauf der elektronischen Aktualisierungs-Steuereinheit beeinflussen kann, auf an ihn gesendete Fragen antworten kann, zufällige Unterbrechungen des Herunterladens handhaben kann, und so weiter.

Es wird nicht nur die von einer elektronischen Steuereinheit ausgeführte Hauptbetriebssoftware bedient, sondern es können auch alle nachfolgenden, für deren Betrieb notwendigen Softwaremodule, wie beispielsweise die Konfiguration der elektronischen Steuereinheit, Software einer eingebauten, überwachenden Steuereinrichtung, der an den normalen Funktionen nicht Anteil nimmt, erfasste Daten und dergleichen, heruntergeladen werden.

Nachfolgende Betriebsabläufe nach dem Herunterladen einer neuen Konfiguration einer elektronischen Steuereinheit können ebenfalls durchgeführt werden, und der Fahrer kann darauf ansprechen, ob der angeforderte Betriebsablauf erfolgt ist.

Die Softwarekomponenten der elektronischen Aktualisierungs-Steuereinheit selbst können ebenfalls erweitert und verbessert werden.

Da die elektronische Aktualisierungs-Steuereinheit mit der normalen Kommunikationsleitung des Fahrzeugs (vgl. das Element B in 1) verbunden ist, kann sie zum Sammeln bestimmter Daten in Übereinstimmung mit wahlfrei spezifizierten Gesichtspunkten genutzt werden. Diese Daten können nach Erreichen eines bestimmten Umfangs sodann mittels einem beschreibbaren Datenmedium gespeichert oder über die optional angebundene GSM-Schnittstelle an einen zentralen Datenbank-Server gesendet werden.

Die optional angebundene GSM-Schnittstelle ermöglicht diagnostische Verbindungen oder Datenübertragungen.

Schließlich erfolgt die Prüfung des für die Herunterladesitzung sicheren Fahrzeugzustands unter Einbeziehung des Zustands der Betriebsbremsen und der Parkbremse auf detailliertere Art und Weise.

Die vorstehend beschriebene Anordnung zum Aktualisieren von Softwarekomponenten in einem Fahrzeug weist unabhängige Kommunikationsnetzwerke bzw. Kommunikationsbusse für die Diagnose und für andere Zwecke auf. Strukturelle Implementationen, die zu der detaillierten Beschreibung hierin ähnlich sind, sind nicht als Abweichen von dem Gegenstand der Erfindung zu werten.

1
Vorrichtung
2a bis 2n
Ziel-ECU
3a bis 3n
Verbindung
4a bis 4n
Verbindung
5
Kommunikationsnetzwerk
6
Kommunikationsnetzwerk
7
Verbindung
8
Verbindung
9
Aktualisierungs-ECU
10
Verbindung
11
Einrichtung
12
Verbindung
13
austauschbares Datenspeichermedium
14
Verbindung
15
GSM-Schnittstelle
16
Aktivitätselement
17
Alphanumerische Anzeige
18
Verbindung
19
Verbindung


Anspruch[de]
Vorrichtung zum Neuprogrammieren einer elektronischen Steuereinheit eines Fahrzeugs,

gekennzeichnet durch:

– zumindest eine funktionsorientierte elektronische Steuereinheit (2a bis 2n) zur Steuerung von Betriebszuständen und Ausgabe-/Eingabe-Einrichtungen des Fahrzeugs;

– ein erstes Kommunikationsnetzwerk (6) zur Durchführung einer funktionsorientierten Kommunikation in dem Fahrzeug, welches die zumindest eine funktionsorientierte elektronische Steuereinheit (2a bis 2n) verbindet;

– eine elektronische Aktualisierungs-Steuereinheit (9) zur Durchführung einer Aktualisierung von Softwarekomponenten der zumindest einen funktionsorientierten Steuereinheit (2a bis 2n) über ein vorbestimmtes Diagnoseprotokoll;

– ein zweites Kommunikationsnetzwerk (5) zur Durchführung einer diagnostischen Kommunikation mit dem Fahrzeug und der elektronischen Aktualisierungs-Steuereinheit (9), welches die zumindest eine funktionsorientierte elektronische Steuereinheit (2a bis 2n) und die elektronische Aktualisierungs-Steuereinheit (9) verbindet;

– eine Einrichtung (11), die mit einem Peripheriegerät zum Lesen und/oder Beschreiben eines austauschbaren Datenspeichermediums (13) verbunden ist; und

– ein austauschbares Datenspeichermedium (13), auf dem zur Aktualisierung der zumindest einen elektronischen Steuereinheit (2a bis 2n) notwendige Softwarekomponenten enthalten sind;

wobei die Aktualisierungs-Steuereinheit (9) zur Aktualisierung einer Softwarekomponente einer elektronischen Ziel-Steuereinrichtung (2x) der zumindest einen elektronischen Steuereinrichtung (2a bis 2n) mit der das Peripheriegerät zum Lesen und/oder Beschreiben des austauschbaren Datenspeichermediums (13) aufweisenden Einrichtung (11) und mit der elektronischen Ziel-Steuereinheit (2x) kommuniziert.
Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Instrumentenanordnung mit einer alphanumerischen Anzeige (17) zur Durchführung einer interaktiven Kommunikation mit einem Fahrzeugbediener mit der zumindest einen elektronischen Steuereinheit (2a bis 2n) verbunden ist. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die elektronische Aktualisierungs-Steuereinheit (9) mit einer GSM-Schnittstelle (14, 15) verbunden ist, die eine diagnostische Fernverbindung über ein GSM-System bereitstellt. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mit einem Peripheriegerät für austauschbare Datenspeichermedien (13) verbundene Einrichtung (11) fest in das Fahrzeug eingebaut und eine der nachstehenden ist:

– ein Unterhaltungsgerät, bei dem das Peripheriegerät für austauschbare Datenspeichermedien (13) zum Abspielen und/oder Aufzeichnen von multimedialen Daten verwendet wird;

– ein Bordrechner, der eine Vielzahl von Hilfsfunktionen bereitstellt, mit einem Peripheriegerät für austauschbare Datenspeichermedien (13), das in der Lage ist, die austauschbaren Datenspeichermedien (13) zu lesen und/oder zu beschreiben;

– eine Datenspeicherperipherie eines GPS-Systems, die zum Zugreifen auf oder Aktualisieren dessen Datenbank verwendbar ist.
Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das austauschbare Datenspeichermedium (13) eine Compact Disc, eine Digital Versatile Disc, eine austauschbare Festplatte, ein Speicherstift, eine ZIP-Diskette, ein Videoband, eine Diskette oder ein mit einem USB-Anschluß verbindbares USB-Stecklaufwerk ist. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das austauschbare Datenspeichermedium (13) die herunterladbaren Softwarekomponenten und zumindest eines der folgenden enthält:

– eine Liste von verfügbaren und aktuellen Softwareversionen;

– fahrzeugspezifische Informationen;

– eine Aktualisierungsbefehlsdatei.
Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die die Aktualisierung von Softwarekomponenten handhabende elektronische Aktualisierungs-Steuereinheit (9) eine der folgenden ist:

– eine separate elektronische Steuereinheit des Fahrzeugs;

– ein Bordrechner;

– eine Multimedia-Einrichtung;

– eine GSM-Verbindungen bereitstellende Einrichtung;

– eine elektronische Steuereinheit einer Instrumententafel;

– eine elektronische Steuereinheit eines CAN-Routers;

– eine GPS-Navigationseinrichtung.
Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass

– das für die diagnostische Kommunikation ausgelegte zweite Kommunikationsnetzwerk (5) in den Wartungsstationen zu Diagnosezwecken verwendbar ist; und

– ein gemeinsames diagnostisches Protokoll zum Kommunizieren mit allen elektronischen Steuereinheiten (2a bis 2n, 9) in dem Fahrzeug bereitgestellt ist.
Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das für die funktionsorientierte Kommunikation ausgelegte erste Kommunikationsnetzwerk (6)

– ein Kommunikationsmedium für die zumindest eine funktionsorientierte elektronische Steuereinheit (2a bis 2n) zum Erzielen von Fahrzeugfunktionen bereitstellt, die eine Zusammenarbeit von mehr als einer elektronischen Steuereinheit (2a bis 2n) erfordern;

– von den an der Zusammenarbeit beteiligten elektronischen Steuereinheiten (2a bis 2n) in Übereinstimmung mit einem Normalbetrieb des Fahrzeugs Zustandsinformationen aufnimmt und an diese Befehle ausgibt;

– notwendige Informationen zum Ermitteln, ob der Zustand des Fahrzeugs für einen Herunterlademodus von auf dem austauschbaren Datenspeichermedium (13) enthaltenen Softwarekomponenten sicher ist, bereitstellt; und

– Antworten von dem Fahrzeugbediener entgegennimmt.
Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste und das zweite Kommunikationsnetzwerk (6, 5) nach Anspruch 8 und 9 zwei physikalisch unabhängige Netzwerke sind. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die physikalisch unabhängigen Netzwerke drahtlose Netzwerke sind. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste und das zweite Kommunikationsnetzwerk (6, 5) nach Anspruch 8 und 9 physikalisch ein und dasselbe Netzwerk sind und daher die die Aktualisierung von Softwarekomponenten einschließende diagnostische Kommunikation und die funktionsorientierte Kommunikation auf ein und demselben Netzwerk durchgeführt werden. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das physikalisch ein und dasselbe Netzwerk ein drahtloses Netzwerk ist. Aktualisierungsverfahren für den Betrieb der Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren von der elektronischen Aktualisierungs-Steuereinheit (9) ausgeführt wird und die folgenden Schritte umfasst:

– Prüfen des Zustands des Fahrzeugs dahingehend, ob der Zustand zum Durchführen eines Herunterladens von Software von dem austauschbaren Datenspeichermedium (13) sicher ist;

– Aufbauen des Diagnosemodus;

– Anfordern von Daten von der Einrichtung (11) mit der Datenspeicherperipherie;

– Auffordern der elektronischen Ziel-Steuereinheit (2x), sich selbst in den Herunterlademodus zu versetzen;

und

– Überprüfen, ob der Herunterladevorgang erfolgreich war oder nicht.






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