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Dokumentenidentifikation DE102009050859A1 28.04.2011
Titel Vorrichtung und Verfahren zur Bekantung von Werkstücken
Anmelder IMA Klessmann GmbH Holzbearbeitungssysteme, 32312 Lübbecke, DE
Erfinder Taubenrauch, Elmar, 31606 Warmsen, DE
Vertreter Thielking und Kollegen, 33602 Bielefeld
DE-Anmeldedatum 27.10.2009
DE-Aktenzeichen 102009050859
Offenlegungstag 28.04.2011
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.04.2011
IPC-Hauptklasse B27D 5/00  (2006.01)  A,  F,  I,  20091027,  B,  H,  DE
IPC-Nebenklasse B32B 3/02  (2006.01)  A,  L,  I,  20091027,  B,  H,  DE
B32B 38/00  (2006.01)  A,  L,  I,  20091027,  B,  H,  DE
Zusammenfassung Die Vorrichtung zur Bekantung von Werkstücken weist ein Kantenband, eine Strahlenquelle und eine Andruckzone auf, in deren Bereich das Kantenband durch relative Bewegung von Werkstück und Kantenband an die Kante des Werkstücks unter Bildung eines Fügespaltes herangeführt und dann mittels einer Andruckeinrichtung angedrückt wird. Dabei bewirkt die aus der Strahlungsquelle durch ein erstes Medium in den Bereich des Fügespaltes ausgestrahlte Strahlung die Aktivierung einer Haftschicht oder haftvermittelnden Schicht, mittels derer Kantenband und Werkstück verbunden werden. Der Strahlengang der Strahlung im Bereich des Fügespaltes verläuft vor dem Auftreffen der Strahlung auf das Kantenband durch ein zweites gegenüber dem ersten Medium optisch dichteres Medium.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Bekantung von Werkstücken nach Anspruch 1 und ein Verfahren zum Sekanten von Werkstücken nach Anspruch 9.

Es sind z. B. aus EP 1 163 864 A1 oder EP 1 233 853 B1 Verfahren zur Bekantung von Werkstücken bekannt, bei denen ein Kantenband an das Werkstück zunächst herangeführt und dann mit diesem verbunden wird. Dabei bildet sich durch die Heranführung des Kantenbandes an das Werkstück ein Fügespalt aus. Im Bereich dieses Fügespalts wird eine Haftschicht oder haftvermittelnde Schicht (im Folgenden Haftschicht) durch Strahlung aktiviert, so dass sie ihre Haftwirkung entfalten kann.

Nach der Aktivierung der Haftschicht wird das Kantenband durch eine geeignete Andruckvorrichtung an das Werkstück gedrückt, wobei es durch die aktivierte Haftschicht zu einer dauerhaften Verbindung zwischen Werkstück und Kantenband kommt.

Da es aufgrund der beschränkten räumlichen Verhältnisse im Bereich des Fügespalts in der Regel nur möglich ist, die Strahlungsquelle so zu positionieren, dass der Strahl in einem spitzen Winkel auf das Kantenband trifft, ist diese Vorgehensweise mit dem Nachteil verbunden, dass ein maßgeblicher Teil der Strahlung von dem Kantenband reflektiert wird.

Dies hat zum einen den Nachteil eines verminderten Wirkungsgrades, da sich nur der absorbierte Anteil der Strahlung zur Aktivierung der Haftschicht nutzen lässt. Dieser muss durch eine mit Kosten verbundene Überdimensionierung der Strahlenquelle ausgeglichen werden. Zum anderen besteht der Nachteil, dass ein Teil der Strahlung unkontrolliert an die Umgebung abgegeben wird. Je nach verwendeter Strahlungsquelle kann dieser u. U. Schäden an Mensch und Material verursachen.

Daher liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren der eingangs erwähnten Art anzugeben, bei denen die erwähnten Nachteile nicht auftreten.

Gelöst wird diese Aufgabe mit den Merkmalen der Ansprüche 1 und 9, vorteilhafte Ausführungsformen finden sich in den jeweiligen Unteransprüchen.

Erfindungsgemäß ist im Bereich des Fügespalts ein Medium vorgesehen, das eine höhere optische Dichte aufweist als das Medium, durch welches die Strahlung von der Strahlenquelle zum Kantenband geführt wird. Das Medium ist so angeordnet, dass die Ausbreitungsrichtung der Strahlung durch Brechung und/oder Reflexion derart geändert wird, dass die Strahlung in einem steileren Winkel auf das Kantenband trifft.

Durch den steileren Winkel verringert sich der vom Kantenband reflektierte, nicht zur Aktivierung der Haftschicht nutzbare Anteil der Strahlung, und der vom Kantenband absorbierte, zur Aktivierung der Haftschicht nutzbare Anteil wird erhöht. Dadurch wird zum Einen der Wirkungsgrad in Bezug auf die zur Erzeugung der Strahlung aufzuwendende Energie erhöht und der Einsatz einer weniger leistungsfähigen und damit in der Regel kostengünstigeren Strahlungsquelle ermöglicht, zum Anderen wird die an die Umgebung (z. B. in den Maschinenraum) abgegebene Strahlung vermindert und somit die Sicherheit der Vorrichtung erhöht.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand der 1 bis 7 schematisch näher erläutert.

1 zeigt eine schematische Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Vorrichtung.

2 zeigt schematisch einen vergrößerten Ausschnitt der Vorrichtung aus 1.

3 zeigt eine schematische Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Vorrichtung in einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform.

4 zeigt eine schematische Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Vorrichtung in einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform.

5 zeigt schematisch einen vergrößerten Ausschnitt der Vorrichtung aus 4.

6 zeigt schematisch eine Schnittdarstellung des Mediums in einer vorteilhaften Ausführungsform senkrecht zur aus dem Medium austretenden Strahlung.

7 zeigt schematisch eine Schnittdarstellung des Mediums in einer vorteilhaften Ausführungsform senkrecht zur in das Medium eintretenden Strahlung.

Das Kantenband 2 wird der Andruckzone zugeführt und in dieser mit der Kante 1a des Werkstücks 1 verbunden. Der erforderliche Andruck wird durch eine Andruckvorrichtung 3, die bevorzugt eine Andruckrolle sein kann, aufgebracht. Bei der Heranführung des Kantenbandes an die Kante entsteht ein Fügespalt 7. In diesen reicht ein Medium 5 hinein, welches eine höhere optische Dichte als das besagtes Medium 5 umgebende Medium, welches vorteilhafterweise die Umgebungsluft ist, aufweist. Das Medium 5 ist in bevorzugter Weise ein Prisma.

Die Strahlung 4, die von einer Strahlungsquelle, welche in einer bevorzugten Ausführungsform ein Laser ist, tritt in das Medium 5 durch die Eintrittsfläche 5a ein. In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Fläche 5a derart gestaltet, dass die Strahlung bereits beim Eintritt in das Medium 5 gebrochen wird.

In vorteilhafter Weise wird die Richtungsänderung durch Reflexion der Strahlung durch eine Umlenkeinrichtung 5b, beispielsweise der Innenseite einer weiteren Oberfläche des Mediums 5, unterstützt. Diese Umlenkeinrichtung 5b kann in einer Variante aus mehreren Umlenkflächen 5b' bestehen. Vorteilhafte Ausführungsformen können eine oder eine Mehrzahl an Reflexionen der Strahlung oder eines Teils der Strahlung vor dem Wiederaustritt aus dem Medium 5 vorsehen. Zur Unterstützung des Reflexionsverhaltens auf die die Strahlung reflektierenden Umlenkflächen 5b' kann in vorteilhafter Weise eine Oberflächenbeschichtung aufgebracht werden, diese kann eine oder eine Mehrzahl Schichten aufweisen und bevorzugt eine Verspiegelung sein.

Die Strahlung 4' tritt aus dem Medium 5 durch die Oberfläche 5c aus. In bevorzugter Weise ist diese Oberfläche 5c so ausgeführt, dass die austretende Strahlung gebrochen wird.

In vorteilhafter Weise kann eine Kühlung des Mediums 5 oder eine Kühlung der Ein- und/oder Austrittsoberfläche 5a bzw. 5c der Strahlung 4 bzw. 4' vorgesehen sein. Ebenso kann vorteilhafterweise eine Kühlung für die Umlenkeinrichtung(en) 5b vorgesehen sein. Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform sieht eine Einrichtung zum Schutz der optischen Flächen des Mediums 5, insbesondere der dem Kantenband 2 zugewandten optischen Flächen, vor Verunreinigungen vor. Bevorzugt können spezielle Luftdüsen, sog. Cross-Jets, zum Einsatz kommen. Vorteilhafterweise können die Kühl- und Schutzfunktion in einer geeigneten Einrichtung, insbesondere den besagten Cross-Jets, kombiniert werden.

Durch die erfahrene(n) Umlenkung(en) trifft die Strahlung 14' in einem steileren Winkel auf das Kantenband 2, als es ohne die erfahrenen Umlenkungen möglich wäre. Vorzugsweise ist das Medium so angeordnet, dass die Strahlung 4' in einem Winkel zwischen 75° und 105° auf das Kantenband 2 trifft. Vorteilhafterweise trifft dabei wenigstens ein Teil der Strahlung 4' senkrecht auf das Kantenband 2.

Die Umlenkungen, die die Strahlung 4 erfährt, können in einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung eine Umlenkung, Auffächerung und/oder Bündelung der Strahlung in mehr als einer Ebene vorsehen. Diese kann an der Eintrittsoberfläche 5a, der Austrittsoberfläche 5c und/oder der Umlenkeinrichtung 5b stattfinden. Hierdurch ist es möglich, in der Auftreffzone 6 der Strahlung 4' auf das Kantenband 2 gezielt beliebige räumliche Intensitätsverteilungen sowohl in Transportrichtung des Kantenbandes 2 wie auch senkrecht zur Transportrichtung des Kantenbandes 2 zu erzielen. Hierdurch ist es beispielsweise möglich, ausgewählte Zonen des Kantenbandes 2, insbesondere die Ränder, einer höheren oder niedrigeren Strahlungsintensität oder -energie auszusetzen als andere.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

Zitierte Patentliteratur

  • EP 1163864 A1 [0002]
  • EP 1233853 B1 [0002]


Anspruch[de]
Vorrichtung zur Bekantung von Werkstücken (1) mit einem Kantenband (2), mit einer Strahlenquelle und einer Andruckzone, in deren Bereich das Kantenband (2) durch relative Bewegung von Werkstück (1) und Kantenband (2) an die Kante (1a) des Werkstücks (1) unter Bildung eines Fügespaltes (7) herangeführt und dann mittels einer Andruckeinrichtung (3) angedrückt wird, wobei die aus der Strahlungsquelle durch ein erstes Medium in den Bereich des Fügespaltes (7) ausgestrahlte Strahlung (4) die Aktivierung einer Haftschicht oder haftvermittelnden Schicht bewirkt, mittels derer Kantenband (2) und Werkstück (1) verbunden werden, dadurch gekennzeichnet, dass der Strahlengang der Strahlung (4) im Bereich des Fügespaltes (7) vor dem Auftreffen der Strahlung (4) auf das Kantenband durch ein zweites gegenüber dem ersten Medium optisch dichteres Medium (5) verläuft. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das optisch dichtere Medium (5) so angeordnet ist, dass die aus diesem austretende Strahlung (4') auf das Kantenband in einem Winkel &agr; von 75° < &agr; < 105°, bevorzugt wenigstens teilweise senkrecht auftrifft. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Strahlung (1) eine Laserstrahlung ist. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Medium (5) ein Prisma umfasst. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Medium an der Eingangsseite (5a) der Strahlung (4) zur Strahlenbündelung ausgelegt ist. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Medium (5) eine Umlenkeinrichtung (5b) zur Umlenkung der Strahlung (4) auf das Kantenband (2) aufweist. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Medium (5) eine Umlenkeinrichtung (5b) mit einer Mehrzahl Umlenkflächen aufweist. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Kühleinrichtung vorgesehen und so ausgelegt ist, dass sie das zweite Medium (5) wenigstens im Bereich (5a) des Eintritts der Strahlung (4) und/oder im Bereich (5c) des Austritts der Strahlung (4) gekühlt wird. Verfahren zur Bekantung von Werkstücken (1) mit einem Kantenband (2), bei dem im Bereich einer Andruckzone das Kantenband (2) durch relative Bewegung von Werkstück (1) und Kantenband (2) an die Kante (1a) des Werkstücks (1) unter Bildung eines Fügespaltes (7) herangeführt und dann mittels einer Andruckeinrichtung (3) angedrückt wird, wobei eine aus einer Strahlungsquelle ausgestrahlte Strahlung (4) in den Bereich des Fügespaltes (7) durch ein erstes Medium geführt wird und dort die Aktivierung einer Haftschicht oder haftvermittelnden Schicht bewirkt, mittels derer Kantenband (2) und Werkstück (1) verbunden werden, dadurch gekennzeichnet, dass der Strahlengang der Strahlung (4) im Bereich des Fügespaltes (7) vor dem Auftreffen der Strahlung (4) auf das Kantenband durch ein zweites, gegenüber dem ersten Medium optisch dichteres Medium (5) geführt wird. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das optisch dichtere Medium (5) so angeordnet wird, dass die aus diesem austretende Strahlung (4') auf das Kantenband in einem Winkel &agr; von 75° < &agr; < 105°, bevorzugt wenigstens teilweise senkrecht auftrifft. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass als Strahlung (1) eine Laserstrahlung eingesetzt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 9, 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass als zweites Medium (5) ein Prisma eingesetzt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Medium (5) wenigstens im Bereich (5a) des Eintritts der Strahlung (4) und/oder im Bereich (5c) des Austritts der Strahlung (4') gekühlt wird.






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