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Dokumentenidentifikation DE102010001469B3 28.04.2011
Titel Ketteneinziehsystem einer Rollenrotationsdruckmaschine und ein Verfahren zur Reinigung und/oder Schmierung einer Kettenschiene eines Ketteneinziehsystems
Anmelder KOENIG & BAUER Aktiengesellschaft, 97080 Würzburg, DE
Erfinder Hauck, Julius, 97228 Rottendorf, DE
DE-Anmeldedatum 02.02.2010
DE-Aktenzeichen 102010001469
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 28.04.2011
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.04.2011
IPC-Hauptklasse B41F 13/03  (2006.01)  A,  F,  I,  20100202,  B,  H,  DE
IPC-Nebenklasse B41F 35/00  (2006.01)  A,  L,  I,  20100202,  B,  H,  DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Ketteneinziehsystem einer Rollenrotationsdruckmaschine mit einer Kettenschiene und einer in der Kettenschiene geführten Einziehkette mit Laufrollen, welche in Laufflächen der Kettenschiene abrollen. Dabei ist mindestens ein Reinigungselement zwischen zwei Laufrollen angeordnet, das mit zwei gegenüberliegenden Reibflächen an den Laufflächen der Kettenschiene anliegt und diese beim Einziehen der Einziehkette die Laufflächen reinigen und/oder schmieren.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Ketteneinziehsystem einer Rollenrotationsdruckmaschine und ein Verfahren zu Reinigung und/oder Schmierung einer Kettenschiene eines Ketteneinziehsystems gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. 6.

Eine perfekte Papierbahnlogistik, also die Führung der Materialbahn zwischen dem Rollenwechsler und der Falzauslage ist eine entscheidende Voraussetzung für die Druckqualität und Wirtschaftlichkeit im Rollenoffsetdruck. Moderne Rollenoffsetmaschinen erlauben eine Vielzahl verschiedener Farbbelegungen, die besonders im Zeitungsdruck durch die Umsteuerung der einzelnen dafür notwendigen Druckwerke und entsprechender Führung durch die Druckeinheit erreicht werden.

Papiereinziehvorrichtungen haben die Aufgabe, durch automatisches Einziehen der Papierbahn von der Rollenlagerung durch die Druckeinheit bis nach den Trichtereinlaufwalzen eine schnelle Produktionsumstellung zu ermöglichen, das Bedienungspersonal von dieser zeitaufwändigen Arbeit zu entlasten und auch durch schnellere Umrüstung zu einer Einsparung von Makulaturen beizutragen.

Sehr gebräuchlich ist das Ketteneinziehsystem. Es ermöglicht den gleichzeitigen Einzug mehrerer Bahnen und der Kettenrücklauf erfolgt automatisch auf kürzestem Weg. Im Einzelnen besteht das System aus Kettenbahnen mit Profilschienen, die die Papierwege von der Rollenlagerung durch die Druckeinheit bis nach den Trichtereinlaufwalzen durchlaufen. Hierbei werden Pendelwalzen, Vorspannwerk, Papierbahnfreistelleinrichtungen, Leit- und Registerwalzen sowie Zugwalzen der Wendeeinrichtungen umfahren. Der Einbau von Weichen ermöglicht eine variable Zuordnung der Rollenlagerungen zu den Druckeinheiten sowie die verschiedenen Durchläufe der Druckeinheiten, entsprechend der vorgewählten oder gewünschten Führung der Papierbahn. Dabei können der Einzug mit einer einstellbaren Geschwindigkeit von 5 bis 40 m/min und der Kettenrücklauf bis zu 50 m/min erfolgen. Die Einstellung erfolgt vom Leitstand aus. An den Kettenbahnen sind im Abstand von ca. 4 m über Frequenzwandler gesteuerte Drehstrommotoren angeordnet, an deren Wellenende ein Kettenrad sitzt. Das Kettenrad befindet sich im Eingriff mit einem Kettenstück, dass ca. 6,5 m lang ist und somit beim Durchfahren der Kettenbahnen jeweils von dem nachfolgenden Kettenrad übernommen und zur nächsten Station weiter transportiert wird.

An die einzuziehende Papierbahn wird eine vorgefertigte Papierspitze oder eine wieder verwendbare Einziehspitze angeklebt oder die Papierbahn wird schräg zugeschnitten oder -gerissen und an der Einhängevorrichtung befestigt. Danach kann die Maschine vom Leitstand aus auf die gewünschte Einziehgeschwindigkeit geschaltet werden. Die angeklebte Papierspitze braucht nicht mehr aussortiert werden, sondern kann mit in die Weißmakulatur laufen. Eventuell vorhandene Geschwindigkeitsdifferenzen zur Rotationsmaschine werden zu Vermeidung von Bahnbrüchen selbsttätig ausgeglichen.

Nach dem Einziehen der Papierbahn erfolgt der Rücktransport des Kettenstückes zur Ausgangsposition aus der Rollenlagerung auf dem kürzesten Weg. Das Kettenstück muss den gleichen Weg zurück laufen.

Da die Kettenführungsschiene das gesamte Druckwerk und Falzwerk durchläuft, können sich während des Druckbetriebes in den Kettenführungsschienen und auch in den Kettenstücken Verschmutzungen ablagern. Diese können einen nachfolgenden Einrichtbetrieb behindern oder die neu eingezogene Materialbahn verschmutzen.

Aus der DE 10 2007 002 875 A1 ist eine Einziehvorrichtung zum Einziehen einer Bedruckstoffbahn in eine Druckmaschine bekannt, bei welcher mindestens einem Ende einer Förderkette eine Reinigungseinrichtung zugeordnet ist, welche lösbar mit der Einziehkette verbunden ist. Dabei ist die Reinigungseinrichtung durch einen Befestigungsbolzen mit einem Ende der Förderkette gelenkig und lösbar verbunden. Die Reinigungseinrichtung weist einen quaderartigen Grundkörper auf, an dessen gegenüberliegenden Seitenwänden Reinigungskörper angeordnet sind. Die Reinigungskörper können beispielsweise als Borstenbündel aus mehreren Borsten ausgebildet sein. Andere Reinigungskörper können ebenfalls zum Einsatz kommen, so beispielsweise flexible Abstreifer oder steife Kratzer.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Ketteneinziehvorrichtung zu schaffen, welche auf besonders einfache und preisgünstige Art eine Reinigung der Kettenschiene separat oder während des Einziehvorganges gestattet und vorzugsweise gleichzeitig eine optimale Schmierung der Laufrollen einer Einziehkette ermöglicht.

Die Aufgabe erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 bzw. 6 gelöst.

Der Vorteil der Erfindung liegt insbesondere darin, dass ein besonders preiswertes und einfaches Reinigungssystem für ein Ketteneinziehsystem geschaffen wird. Die Reinigungselemente sind bei Bedarf einsetzbar und leicht auswechselbar, so dass es keines besonderen technischen Aufwandes bedarf, um ein Ketteneinziehsystem zu reinigen und/oder zu schmieren.

Ein Ketteneinziehsystem weist zunächst in bekannter Weise eine Kettenschiene auf, welche entlang des gesamten Bahnlaufs in der Druckmaschine, insbesondere Rollenrotationsdruckmaschine verlegt ist. Eine endliche Einziehkette, welche vorzugsweise durch Laufrollen gebildet ist, welche mittels Stegen an den Rotationsachsen miteinander verbunden sind, ist in der Kettenschiene geführt. Dabei rollen die Laufrollen an Laufflächen der Kettenschiene ab.

Dabei ist mindestens ein Reinigungselement zwischen zwei Laufrollen der Einziehkette vorgesehen, das mit zwei gegenüberliegenden Reibflächen an den Laufflächen der Kettenschiene anliegt und diese beim Einziehen der Einziehkette reinigt und schmiert. Es können beliebig viele Reinigungselemente in der Kettenschiene jeweils zwischen zwei Laufrollen angeordnet werden.

Auch ist eine einfache Entsorgung des Filzkeiles möglich.

Das Reinigungselement ist vorzugsweise aus einem flexiblen saugfähigen Material, um die Einführung in die Einziehkette einfach zu bewerkstelligen und eine gute Aufnahme der Verschmutzungen zu erreichen. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Reinigungselement ein Filzquader, welcher vorzugsweise mit Öl oder einem Reinigungsmittel getränkt ist. Die Reibflächen des Filzquaders sind vorteilhafterweise parallel zum Faserverlauf des Filzes ausgerichtet.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind die Reibflächen des Filzquaders mit einem in Laufrichtung und senkrecht zur Reibfläche verlaufenden Schnitt versehen. Dies führt zu einem Aufspreizen des Filzquaders, wodurch die Reinigungs- und/oder Schmierwirkung verstärkt wird und ein Herausfallen des Filzquaders aus der Einziehkette verhindert wird.

Ein Verfahren zur Reinigung und/oder Schmierung einer Kettenschiene eines Ketteneinziehsystems umfasst folgende Schritte:

  • – Positionieren eines Reinigungselementes zwischen zwei Laufrollen einer Einziehkette;
  • – Beförderung der Einziehkette durch die gesamte Kettenschiene oder durch Abschnitte davon, wobei zwei gegenüberliegenden Reibflächen des Reinigungselementes an den Laufflächen der Kettenschiene unter Reibkontakt anliegen;
  • – Entfernen des Reinigungselements aus der Einziehkette.

Das Reinigungselement kann vor oder nach der Positionierung in der Einziehkette mit Öl oder einem Reinigungsmittel getränkt werden.

Dabei wird die Verwendung eines Filzquaders als Reinigungselement zur Reinigung und/oder Schmierung eines Ketteneinziehsystems einer Rollenrotationsdruckmaschine vorgeschlagen.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird im Folgenden näher beschrieben.

Es zeigen:

1 ein Ketteneinziehsystem mit Reinigungselementen in drei verschieden Ansichten a), b) und c);

2 eine Draufsicht a) und eine Seitenansicht b) eines Filzquaders.

1 zeigt eine Einziehvorrichtung in 1a) in einer Seitenansicht, in 1b) in Draufsicht und in 1c) in einer Querschnittsdarstellung entlang der Schnittlinie A-A in 1a).

In einer Kettenschiene 01 ist eine Einziehkette 02 gelagert. Die Einziehkette 02 umfasst in der dargestellten bevorzugten Ausführungsform Rollen 03, z. B. Laufrollen 03, welche jeweils an einem Bolzen 04 drehbar gelagert sind. Die Bolzen 04 sind vorzugsweise durch Kettenstücke 06 miteinander verbunden.

Die Kettenschiene 01 weist seitlich eine Führungsöffnung 07 auf, durch welche nicht dargestellte Einhängevorrichtungen für die Materialbahn hindurchragen, wenn die Einziehkette 02 eine Materialbahn in die Druckmaschine einzieht.

Mindestens ein Reinigungselement 08, in der dargestellten Ausführungsform ein Filzquader 08, ist zwischen zwei Rollen 03 in die Einziehkette 02 eingelegt. Durch die Flexibilität des Filzquaders 08 ist ein einfaches Einführen und Auswechseln des Filzquaders 08 möglich. Der Filzquader 08 liegt mit zwei sich gegenüberliegenden Reibflächen 09 an den inneren Laufflächen 11 der Kettenschiene 01 an. Es können mehrere Filzquader 08 zwischen aufeinanderfolgenden Rollen 03 der Einziehkette 02 eingesetzt werden.

Wird nun die Einziehkette 02 mit oder ohne eingehängter Materialbahn durch die Kettenschiene 01 hindurchgezogen, so werden Verschmutzungen an den Laufflächen 11 von den Reibflächen 09 des Filzquaders 08 aufgenommen. Ist der Filzquader 08 ölgetränkt oder mit einem Reinigungsmittel getränkt, kann einerseits eine verbesserte Ablösung der Verschmutzungen von den Laufflächen 11 und gleichzeitig eine Schmierung der Laufflächen 11 und Rollen 03 erreicht werden.

2 zeigt den Filzquader 08 in 2a) in einer Seitenansicht und in 2b) in Draufsicht.

Die Reibflächen 09 sind parallel zum Faserverlauf des Filzquaders 08 ausgerichtet. Auf den Reibflächen 09 ist mittig in Laufrichtung der Einziehkette 02 ein zur Reibfläche 09 senkrechter Schnitt 12 vorgesehen. Der Schnitt 12 ist vorzugsweise etwa 5 mm tief. Durch das daraus resultierende Aufweiten des Filzquaders 08 ragt dieser etwas über die Führungsöffnung 07 der Kettenschiene 01 hinüber, so dass die Kanten der Führungsöffnung 07 besser gereinigt werden können.

Bezugszeichenliste

01
Kettenschiene
02
Einziehkette
03
Rolle, Laufrolle
04
Bolzen
05
06
Kettenstück
07
Führungsöffnung
08
Reinigungselement, Filzquader
09
Reibfläche
10
11
Lauffläche
12
Schnitt


Anspruch[de]
Ketteneinziehsystem einer Rollenrotationsdruckmaschine mit einer Kettenschiene (01) und einer in der Kettenschiene (01) geführten Einziehkette (02) mit Laufrollen (03), welche in Laufflächen (11) der Kettenschiene (01) abrollen, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Reinigungselement (08) zwischen zwei Laufrollen (03) angeordnet ist, das mit zwei gegenüberliegenden Reibflächen (09) an den Laufflächen (11) der Kettenschiene (01) anliegt und diese beim Einziehen der Einziehkette (02) die Laufflächen (11) reinigen und/oder schmieren. Ketteneinziehsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Reinigungselement (08) ein Filzquader (08) ist. Ketteneinziehsystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Filzquader (08) mit Öl oder mit einem Reinigungsmittel getränkt ist. Ketteneinziehsystem nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Reibflächen (09) des Filzquaders (08) parallel zum Faserverlauf des Filzes ausgerichtet sind. Ketteneinziehsystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Filzquader (08) mit einem in Laufrichtung der Einziehkette (02) und senkrecht zur Reibfläche (09) verlaufenden Schnitt (12) versehen ist. Verfahren zur Reinigung und/oder Schmierung einer Kettenschiene (01) eines Ketteneinziehsystems einer Rollenrotationsdruckmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass ein Reinigungselement (08) zwischen zwei Laufrollen (03) einer Einziehkette (02) positioniert wird und anschließend die Einziehkette (02) durch die Kettenschiene (01) oder durch Abschnitte dieser befördert wird, wobei zwei gegenüberliegende Reibflächen (09) des Reinigungselementes (08) an Laufflächen (11) der Kettenschiene (01) unter Reibkontakt anliegen. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Reinigungselement (08) mit Öl oder mit einem Reinigungsmittel getränkt wird.






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