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Dokumentenidentifikation DE102010010200A1 28.04.2011
Titel Schaumkern, enthaltend eine Schaumfederschicht mit einer Gesamtheit aus Schaumfedern
Anmelder Breckle, Gerd, 07570 Weida, DE
Erfinder Breckle, Gerd, 07570 Weida, DE
Vertreter Meissner, Bolte & Partner GbR, 07545 Gera
DE-Anmeldedatum 04.03.2010
DE-Aktenzeichen 102010010200
Offenlegungstag 28.04.2011
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.04.2011
IPC-Hauptklasse A47C 27/16  (2006.01)  A,  F,  I,  20100304,  B,  H,  DE
IPC-Nebenklasse B68G 11/04  (2006.01)  A,  L,  I,  20100304,  B,  H,  DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Schaumkern, enthaltend Schaumfederschicht (1) mit einer Gesamtheit aus Schaumfedern (2) mit einer die Schaumfedern sandwichartig einschließenden Anordnung aus einer oberen und einer unteren Schaumplatte (3). Sie zeichnet sich dadurch aus, dass die Schaumfedern im Bereich eines Mittelabschnittes (4) über einen Lateralsteg (6) miteinander verbunden sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Schaumkern, enthaltend eine Schaumfederschicht mit einer Gesamtheit aus Schaumfedern mit einer die Schaumfedern sandwichartig einschließenden Anordnung aus einer oberen und einer unteren Schaumplatte nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Derartige Schaumkerne werden für Matratzen oder vergleichbare Sitz- oder Liegeflächen verwendet. Sie bestehen aus einem elastischen Schaummaterial, bei dem säulenartige elastische Schaumkörper vorgesehen sind. Deren Längsrichtung ist in Richtung der Belastung der Matratze bzw. der Sitz- oder Liegefläche orientiert. Die so gebildete Schaumfederanordnung wird von einer oberen und einer unteren Schaumplatte sandwichartig eingeschlossen. Die Gesamtheit der Schaumfedern bildet die Schaumfederschicht. Ein großer Vorteil derartiger Schaumkerne ist deren einfacher Aufbau. Außerdem sind sie leicht zu reinigen und können vergleichsweise einfach desinfiziert werden. Diese Eigenschaften sind vor allem bei Matratzen und Sitz- und Liegeflächen im medizinischen und Hygienebereich unverzichtbar.

Bekannte Schaumkerne dieser Art weisen jedoch eine oft unzureichende Punktelastizität auf. Die mit derartigen Schaumkernen gefertigten Matratzen oder Sitz- und Liegeflächen liegen sich vergleichsweise schnell durch und zeigen relativ schnell bleibende Dellen und Vertiefungen, die durch die immer wiederkehrende gleiche Belastung entstehen.

Es besteht somit die Aufgabe, einen Schaumkern der vorbezeichneten Art zu schaffen, dessen Punktelastizität nachhaltig verbessert ist.

Die Aufgabe wird mit einem Schaumkern mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Die Unteransprüche enthalten vorteilhafte und/oder zweckmäßige Ausführungsformen des Schaumkerns.

Der Schaumkern enthält eine Gesamtheit aus Schaumfedern mit einer die Schaumfedern sandwichartig einschließenden Anordnung aus einer oberen und einer unteren Schaumplatte. Erfindungsgemäß zeichnet sich der Schaumkern dadurch aus, dass die einzelnen Schaumfedern im Bereich eines im wesentlichen Mittelabschnittes über einen Lateralsteg miteinander verbunden sind.

Die Lateralverbindung in Form des Lateralstegs versteift die Gesamtheit der Schaumfedern. Eine von außen einwirkende Druckbelastung verteilt sich über die Lateralverbindung auf benachbarte Federn und wird nun nicht nur von einer Schaumfeder aufgenommen. Damit ist die jeweils belastete Schaumfeder widerstandsfähiger gegenüber Ermüdungserscheinungen und somit im Vergleich zu den herkömmlichen Ausführungsformen der bekannten Schaumkerne wesentlich punktelastischer. Der Schaumfederkern passt sich besonders gut an die Körperkontur der darauf hegenden Person an. Dadurch werden Fehlhaltungen und Verspannungen nachhaltig vermieden, wobei die Matratze einen verbesserten Liegekomfort aufweist.

Der Lateralsteg kann auf verschiedene Weise ausgeführt sein. Bei einer ersten Ausführungsform ist sie als eine lückenlose Fläche ausgebildet. Bei einer zweiten Ausführungsform ist sie als eine teilweise durchbrochene Fläche gestaltet und ermöglicht dadurch eine verbesserte Luftzirkulation in der Schaumfederschicht.

Der Aufbau kann durch eine Zoneneinteilung der Schaumfedern ergänzt sein. Dabei weisen die Schaumfedern eine oberhalb und/oder unterhalb des Lateralstegs angeordnete lateral abzweigende Lamellenstruktur auf, deren Lamellen eine in Richtung der Schaumplatten und/oder des Lateralstegs zunehmende Länge besitzen. Dadurch können die elastischen Verformungen der Schaumfedern entlang ihrer Längsachse besser verteilt werden, was die Punktelastizität weiter verbessert.

Zweckmäßigerweise bestehen die Schaumfedern und der Lateralsteg aus einem durchgängigen Schaummaterial. Sie werden somit aus einem Schaumblock herausgearbeitet.

Der erfindungsgemäße Schaumkern soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert werden. Zur Verdeutlichung dienen die 1 bis 4. Es werden für gleiche bzw. gleichwirkende Teile die selben Bezugszeichen verwendet.

Es zeigen:

1 einen Schnitt durch einen beispielhaften Schaumkern,

2 eine Gesamtheit der Schaumfedern in einer matrixartigen Anordnung in einer perspektivischen Ansicht,

2a eine Gesamtheit der Schaumfedern in einer zeilenartigen Anordnung,

3 eine Reihe möglicher Gestaltungen der Schaumfedern,

4 Schaumfedern in einer Draufsicht.

1 zeigt einen Schnitt durch einen beispielhaften Schaumkern. Dieser besteht aus einer Schaumfederschicht 1 mit einer Reihe oder einer Matrix von Schaumfedern 2. Diese sind sandwichartig zwischen einer oberen und unteren Schaumplatte 3 angeordnet und mit dieser verbunden, insbesondere verklebt.

Die Schaumplatten können in Form einer Latex-Schaumplatte, einer Visco-Schaumplatte oder auch als eine durch Zusatz von Ionen, insbesondere Silber-Ionen, antibakteriell ausgeführte Schaumplatte ausgeführt sein. Vorteilhaft sind weiterhin auch auf ihre Umweltverträglichkeit getestete und zertifizierte Materialien. Möglich ist auch eine Verwendung von Kaltschäumen und Polyurethanen.

Die Schaumfedern weisen jeweils einen Mittelabschnitt 4 und zwei an die Schaumplatten angrenzende Endabschnitte 5 auf.

Jede einzelne Schaumfeder besteht aus einem elastisch verformbaren Schaummaterial und kann somit Druckkräfte aufnehmen, die aus Richtung der Schaumplatten ausgeübt werden. Die gesamte Anordnung der einzelnen Schaumfedern ist an deren Mittelabschnitten über eine Lateralverbindung 6 miteinander verbunden. Diese besteht zweckmäßigerweise aus dem gleichen Schaummaterial wie die Schaumfedern selbst. Die gesamte Anordnung aus den Schaumfedern und der Lateralverbindung kann somit aus einem Schaumblock gefertigt, insbesondere herausgeschnitten, werden.

Die Schaumfedern 2 weisen eine oberhalb und unterhalb der Lateralverbindung 6 angeordnete Zoneneinteilung auf. Diese ist in Form einer Lamellenstruktur 7 ausgebildet. Die Lamellenstruktur besteht aus einzelnen, von der Längsachse eines Schaumfederkörpers 8 lateral abstehenden Lamellen 9, die im wesentlichen parallel zu der Lateralverbindung orientiert sind. Wie aus der Figur ersichtlich ist, weisen die Lamellen verschiedene Längen auf. Im Bereich der Schaumplatten 3 an den Endabschnitten 5 und in der Nähe der Lateralverbindung sind die Lamellen am längsten ausgebildet. Dazwischen nimmt ihre Länge ab. Die Lamellen verbessern die Elastizitätseigenschaften der Schaumfedern und deren Kompressionsverhalten während einer von außen angelegten Belastung. Bei einem Zusammendrücken der Schaumfedern liegen die Lamellen aufeinander und vergrößern damit den effektiven Querschnitt der Schaumfeder. Die auf die Schaumfeder wirkende Kraft schlägt sich dabei in einem kleineren Druck auf die Schaumfeder nieder und eine weitere Kompression wird verhindert. Zusätzlich dazu wirkt auch die Lateralverbindung der weiteren Kompression entgegen. Die äußere Druckkraft verteilt sich dabei in der gesamten Fläche der Lateralverbindung.

2 zeigt die Schaumfederschicht 1 in einer perspektivischen Ansicht. Die einzelnen Schaumfedern 2 sind bei diesem Beispiel matrixartig in der Schaumfederschicht verteilt und wie bereits beschrieben über die Lateralverbindung 6 in deren Mittelabschnitt verbunden. Der Querschnitt jeder Schaumfeder ist in diesem Beispiel quadratisch oder rechteckig. Natürlich sind grundsätzlich beliebige Querschnittsformen möglich. Dies betrifft vor allem runde Querschnittsformen und Querschnittsformen in Form eines Vielecks. Diese können auch in Verbindung mit hexagonalen Anordnungen der Schaumfedern vorgesehen sein.

Die in 2 gezeigte Anordnung bildet somit ein Ensemble unabhängig voneinander verformbarer einzelner Schaumfedern. Deren Kompression wird von der Lateralverbindung 6 aufgefangen, wobei die Punktelastizität jeder einzelnen Feder von dem Zusammenwirken aus der erwähnten Lamellenstruktur und der Lateralverbindung bestimmt und verbessert wird.

2a zeigt eine weitere mögliche Anordnung der Schaumfedern. Bei dem hier gezeigten Beispiel liegen die Schaumfedern in Form zeilenartig angeordneter Längsstrukturen vor. Diese verlaufen zweckmäßigerweise quer zur Längsrichtung des Matratzenkörpers. Natürlich ist prinzipiell jede beliebige Orientierung möglich. Die in 2a gezeigte Anordnung lässt sich besonders leicht fertigen.

3 zeigt mögliche Ausgestaltungen einzelner Schaumfedern. Deren Form kann innerhalb der Schaumfederschicht unterschiedlich ausgeführt sein. Bei den hier gezeigten Beispielen sind Schaumfedern dargestellt, die sich vorwiegend in der Größe des Querschnittes der Schaumfederkörper 8 unterscheiden, wobei die Lamellenstruktur 7 verschieden stark ausgeprägt ist. Die ganz links in der Figur gezeigte Schaumfeder kann vergleichsweise leicht komprimiert werden, die mittlere ist widerstandsfähiger gegenüber Kompression, während die rechte Schaumfeder leichter komprimierbar ist. Damit wird der Umstand berücksichtigt, dass verschiedene Abschnitte des Schaumkerns beziehungsweise der Matratze unterschiedlich stark von der darauf liegenden Person belastet werden. So ist es beispielsweise zweckmäßig, im Rückenbereich steifere Schaumfedern anzuordnen, als im Bereich des Kopfes oder der Füße.

Für einen Randbereich der Schaumfederschicht können auch lamellenlose und dicke Schaumfedern vorgesehen sein. Diese üben dort eine zusätzlich formstabilisierende Wirkung für die Matratze oder das entsprechende Sitz- und Liegepolster aus.

4 zeigt zwei beispielhafte Ausschnitte der Schaumfederschicht in einer Draufsicht. Die Schaumfedern 2 weisen einen quadratischen Querschnitt auf. Bei der links gezeigten Ausführungsform ist die Lateralverbindung 6 als eine durchgängige Fläche ausgebildet, die keinerlei Durchbrüche aufweist. Im Vergleich dazu sind bei der rechts dargestellten Ausführungsform in der Lateralverbindung eine Reihe von Durchbrüchen 10 vorgesehen. Diese befinden sich bei dem hier gezeigten Beispiel innerhalb der Kreuzungspunkte der matrixartigen Schaumfederanordnung und gewährleisten eine Luftzirkulation zwischen der Ober- und der Unterseite der Lateralverbindung innerhalb der Schaumfederschicht. Zusätzlich dazu weisen die Schaumfedern bei der rechts dargestellten Ausführungsform einen kreisrunden Querschnitt auf und stellen somit ein Beispiel für eine weitere mögliche Ausgestaltung der Schaumfedern dar.

Bezugszeichenliste

1
Schaumfederschicht
2
Schaumfeder
3
Schaumplatte
4
Mittelabschnitt
5
Endabschnitt
6
Lateralverbindung, Lateralsteg
7
Lamellenstruktur
8
Schaumfederkörper
9
Lamelle
10
Durchbruch


Anspruch[de]
Schaumkern, enthaltend eine Schaumfederschicht (1) mit einer Gesamtheit aus Schaumfedern (2) sowie einer die Schaumfedern sandwichartig einschließenden Anordnung aus einer oberen und einer unteren Schaumplatte (3) für eine Matratze oder dergleichen, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere oder sämtliche der Schaumfedern im Bereich eines Mittelabschnittes (4) über mindestens einen Lateralsteg (6) miteinander verbunden sind. Schaumkern nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Lateralsteg (6) als eine unterbrechungsfreie Fläche ausgebildet ist. Schaumkern nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Lateralsteg (6) als eine teilweise durchbrochene Fläche ausgebildet ist. Schaumkern nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaumfedern (2) eine oberhalb und/oder unterhalb des Lateralstegs (6) angeordnete Zoneneinteilung in Form einer lateral abzweigenden Lamellenstruktur (7) aufweisen, wobei deren Lamellen eine in Richtung der Schaumplatten (3) und/oder des Lateralstegs (6) zunehmende Länge besitzen. Schaumkern nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaumfedern (2) und der Lateralsteg (6) aus einem durchgängigen Schaummaterial ausgebildet sind.






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